Während die Bundesregierung über die Rente mit 63 streitet, lässt ein 94-Jähriger sich nicht beirren: Erwin Müller, Gründer der gleichnamigen Drogeriemarktkette, möchte die Geschicke seines Unternehmens weiter leiten.
Entstanden ist die heute führende Drogeriekette aus einem Friseursalon Müllers in der elterlichen Wohnung. Nach Firmenangaben hat der gelernte Friseurmeister dort 1953 sein erstes Geschäft eingerichtet und kam 1966 auf die Idee, im Salon auch Kosmetik anzubieten. Drei Jahre später brach Müller zu einer Rundreise durch Nordamerika auf. Von dort, so das Unternehmen, brachte Müller die Idee von Drugstores mit Waren des täglichen Bedarfs und von großen SB-Warenhäusern mit. 1973 eröffnete er schließlich in Ulm seinen ersten reinen Drogeriemarkt.
Der Handelskonzern verkauft längst nicht mehr nur klassische Drogeriewaren, sondern auch Spielzeug, Schreibwaren, Haushaltsartikel und Multimedia-Produkte. Mit mehr als 950 Filialen zählt das Unternehmen neben Rossmann, dm und Budni zu den vier Großen der Branche. Unter Erwin Müller, der die Geschäfte bisher alleine führte, arbeiten rund 35.500 Menschen.
Müller schloss 1947 seine Ausbildung zum Friseur ab. Er kommt damit auf fast 80 Jahre im Arbeitsleben. Ein wenig ruhiger werden soll es für den Gründer nach seinem 94. Geburtstag im September aber doch. Er gibt, so gab es der Konzern bekannt, einen Teil seiner Führungsaufgaben ab. Sascha Zahner soll neben ihm Geschäftsführer der Müller Handelsgruppe werden. Mit ihm, heißt es, hole sich Müller ein langjähriges und bewährtes Mitglied der Geschäftsleitung an seine Seite. Müller selbst plane, sich »in seinem 95. Lebensjahr auf die wesentlichen unternehmerischen Entscheidungen zu konzentrieren«.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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