Die tatsächliche Zahl der Infizierten könnte deutlich höher liegen. Mehr als 70 Prozent der Neuerkrankungen treten weiterhin bei Menschen auf, die vorher nicht als Kontakte anderer Patienten bekannt waren, wie die Africa CDC mitteilt.

Ebolafieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen und löst ein hochansteckendes Fieber mit Durchfall und Blutungen aus.

Ebolafälle auch in Kenia und Nigeria

  • In der Demokratischen Republik Kongo mit ihren rund 116 Millionen Einwohnern sind mittlerweile acht Provinzen im Norden und Osten des Landes betroffen. Mehr als 71 Prozent aller nachgewiesenen Fälle entfallen nach Angaben der Gesundheitsbehörden auf die Bergbauprovinz Ituri, wo sich das Virus vermutlich seit April ausbreiten konnte. Die betroffenen Provinzen grenzen an Uganda, Ruanda, den Südsudan und die Zentralafrikanische Republik.

  • Uganda verzeichnete kurz nach Bekanntwerden des Ausbruchs insgesamt 20 bestätigte Fälle, die auf einen Patienten aus dem Kongo zurückgeführt wurden. Zwei Patienten starben. Seit August gilt der Ausbruch in dem Land nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO offiziell als beendet. Mehrere jüngere Fälle stehen dennoch mit Uganda in Verbindung.

  • Im ostafrikanischen Kenia wurden seit Anfang Oktober neun Infektionen, darunter zwei Todesfälle, bestätigt, nachdem ein im Kongo erkrankter Patient via Uganda in die Hauptstadt Nairobi gereist war. Nach Angaben der WHO gibt es keine Anzeichen dafür, dass sich das Virus in Kenia über die direkten Kontakte hinaus in der Bevölkerung ausgebreitet hat.

  • Das westafrikanische Nigeria, Afrikas bevölkerungsreichster Staat, meldete am 20. Oktober den ersten Ebolafall. Die Ehefrau eines Schweizer Diplomaten war einige Tage nach einer mehrwöchigen Reise nach Uganda erkrankt. Wo genau sie sich infiziert hat, wird nach Angaben der Behörden noch untersucht. Sie wurde mit ihrem Ehemann in die Schweiz ausgeflogen und wird dort im Universitätsklinikum Genf behandelt.

  • In Europa trat bislang ein Fall auf. Im Juni wurde ein Arzt nach einem Kriseneinsatz im Ostkongo in Frankreich positiv getestet und später genesen aus dem Krankenhaus entlassen. Mehrere infizierte Helfer wurden aus dem Ostkongo zur Behandlung in europäische Krankenhäuser, darunter die Berliner Charité, gebracht.

Der aktuelle Ausbruch ist auch deshalb besonders schwer einzudämmen, weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen speziellen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt. Zudem ist in der Anfangsphase einer Ansteckung mit dem Bundibugyo-Erreger leicht eine Verwechslung etwa mit einer Malaria-Erkrankung möglich. Das kann zu einer verspäteten Isolation und Behandlung der Patienten beitragen.

Seit Juli laufen allerdings klinische Versuche zur Testung zweier antiviraler Therapieverfahren. Zudem werden Versuchsreihen zu Impfstoffen durchgeführt. Dabei wurde bislang untersucht, ob der Ebolaimpfstoff Ervebo auch vor dem Bundibugyo-Typ schützt.

Ervebo ist bisher nur gegen das Zaire-Ebolavirus zugelassen und empfohlen. Bereits in wenigen Wochen könnten zusätzliche Tests mit zwei Impfstoffen beginnen, die eigens gegen Bundibugyo entwickelt wurden, wie eine WHO-Vertreterin im Kongo mitteilt.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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