»Die Sicherheit unserer Mitarbeitenden und Kundinnen und Kunden hat für uns höchste Priorität«: Die Parfümeriekette Douglas lässt am Samstag sicherheitshalber zwölf Filialen geschlossen. Hintergrund sind die angekündigten Jugendproteste in zahlreichen Städten.
Eine Sprecherin erklärte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa), man habe auf Basis einer Risikobewertung vorsorgliche Maßnahmen an ausgewählten Standorten getroffen. »Dazu zählt auch die präventive Schließung von zwölf besonders exponierten Stores am 31. Oktober.« Wo sich diese Filialen befinden, teilte die Firma nicht mit.
Ergänzend seien an betroffenen Standorten angemessene Sicherheitsvorkehrungen ergriffen worden. Nähere Angaben machte das Unternehmen dazu »aus Sicherheitsgründen« nicht. Ziel sei es, den Beschäftigten ein sicheres Arbeitsumfeld zu bieten. »Grundsätzlich hoffen wir auf einen friedlichen Verlauf der angekündigten Demonstrationen«, so die Sprecherin weiter. Douglas zählte Ende Juni in Deutschland 347 Filialen.
Die Initiative »Gen Z regelt« beziehungsweise »Gen Z steht auf« hat für den 31. Oktober in 30 Städten zu Protesten aufgerufen. Sie setzt sich unter anderem für mehr Klimaschutz ein, für Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und gegen die Wehrpflicht. Die Bundesschülerkonferenz hat sich derweil von den geplanten Protesten am Samstag distanziert und plant eine eigene Demo – auch aus Sorge vor Krawallen. Mehr zu den Organisatoren der Proteste lesen Sie hier.
Kö schützt Luxusläden vor möglichen Ausschreitungen
Nach den Ausschreitungen und Plünderungen in Frankreich, Italien und weiteren Ländern gibt es im Einzelhandel Sicherheitsbedenken. Auf der Düsseldorfer Königsallee haben die ersten Händler angefangen, ihre Geschäfte vor möglichen Ausschreitungen zu schützen. Zwei Tage vor den Kundgebungen sah man auf der Prachtstraße bereits Baugerüste und Sperrholzplatten vor Edelboutiquen.
Frei nach dem Motto »Bei uns gibt es nichts zu plündern« wollten die Kö-Händler sicherheitshalber ihre Schaufenster und sogar ihre Läden räumen, sagte die Geschäftsführerin der Interessengemeinschaft Königsallee, Andrea Greuner, der dpa in Düsseldorf.
Vor allem unter den Juwelieren und Bekleidungsgeschäften planten einige, ganztägig zu schließen, andere wollten ihre Schaufenster und Fassaden verschalen. Kaputte teure Sonderglasscheiben könne im Weihnachtsgeschäft kein Händler brauchen.
»Wir wissen alle nicht, was da kommt«, sagte Greuner. »Das ist Prävention.« Aber jeder habe die Bilder aus Frankreich vor Augen – vor allem die internationalen Luxusmarken, deren Geschäfte in Paris bereits von Ausschreitungen betroffen gewesen seien.
Der Modehändler Apropos verkürzt derweil vorsorglich die Öffnungszeiten seiner Geschäfte in Berlin, Düsseldorf und Köln. Das teilte der Brand-Direktor auf Anfrage Ippen.Media mit .
Auf der Aktionshomepage der Initiative »Gen Z regelt« haben mehr als 5000 Menschen angekündigt, dass sie in Düsseldorf dabei sein wollen. Das ist aber unverbindlich. Offiziell hat laut Polizeiangaben nur eine Privatperson eine Demonstration gegen Sozialkürzungen mit 500 Teilnehmern in der Landeshauptstadt angekündigt.
Die Einsatzkräfte haben jedoch auch einen Blick darauf, wo in sozialen Netzwerken zu Provokationen angestachelt wird. Befürchtet wird, dass Chaoten, die mit Randale für aufsehenerregende Bilder sorgen wollen, sich unter die Schüler mischen könnten.
Wird es am Samstag massive Plünderungen geben wie in Frankreich? Im Vorfeld wächst die Sorge vor Gewaltexzessen in Städten wie Berlin, Hamburg und Frankfurt. Ein vertrauliches Papier zeigt, wie das BKA die Sache einschätzt.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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