Viele Männer haben wohl nur ein vages Verständnis davon, was eigentlich Wechseljahre sind. Das hat auch damit zu tun, wie offen darüber in der Gesellschaft gesprochen wird. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär will das ändern, für sie ist das Thema Frauengesundheit keine reine Privatsache.
»In Deutschland befinden sich permanent rund neun Millionen Frauen in den Wechseljahren. Etwa 80 Prozent davon leiden unter Beschwerden, jede Dritte muss ihren Alltag und ihr Leben danach ausrichten – bis hin zur Berufsunfähigkeit«, sagte CSU-Politikerin Bär der »Apotheken Umschau« .
Eine ältere Kollegin habe ihr einmal gesagt: »Ich musste da auch allein durch. Das ist doch Privatsache und geht den Staat nichts an.« Diese Haltung teile die Ministerin nicht. »Frauengesundheit ist keine reine Privatsache, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe«, sagte sie. Deshalb brauche es auch mehr Verständnis und Unterstützung seitens der Arbeitgeber. »Zugleich setzen wir ein klares Zeichen, indem das Forschungsministerium 21 Millionen Euro für die Forschung zu den Wechseljahren bereitstellt.«
Auch in anderen Bereichen rund um das Thema Frauengesundheit will die Ministerin finanziell keine Einsparungen hinnehmen. »Ich habe Bereiche definiert, bei denen ich keine Kürzungen vornehmen werde; Frauengesundheit gehört dazu«, so Bär.
Bär selbst sei in einem Vier-Generationen-Haus aufgewachsen, in dem offen über vieles gesprochen worden sei. »Das hat mich geprägt«, erklärte sie. »Deshalb wollen wir Endometriose, Menstruations- und Wechseljahrsbeschwerden und unerfüllten Kinderwunsch stärker erforschen und zugleich gesellschaftlich enttabuisieren«, sagte sie der Zeitung. »Wenn ich beispielsweise Hitzewallungen thematisiere, reagieren manche Männer irritiert.«
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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