Mit Investitionen in Höhe von 525 Millionen Euro fördert die EU eine neue Generation europäischer Chipdesign-Unternehmen. Europa will damit die innereuropäische Chipindustrie unterstützen und unabhängiger von den USA sowie Asien werden. Um Software geht es bei der Übernahme von Pierre Computer durch OpenAI. Entwicklerwerkzeuge von Pierre sollen in Codex integriert werden, die KI-gestützte Coding-Agenten-Plattform von OpenAI. Damit baut die KI-Firma eine Infrastruktur für KI-Coding als Konkurrenz zu GitHub und Microsoft auf. In Deutschland bleibt der digitale Flickenteppich in Gesundheitsämtern trotz Millionenförderung bestehen. Im Digital-Health-Podcast geht es um die Frage, was für kommende Krisen fehlt. Dort besprechen wir auch, wie politische Polarisierung den Gesundheitsschutz schwächt – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
Die Europäische Union (EU) wird 525 Millionen Euro investieren, um eine neue Generation europäischer Chipdesign-Unternehmen zu fördern. Die jetzt gestartete europäische Chipdesign-Plattform ist eine Schlüsselinitiative der europäischen Staaten im Rahmen des EU-Chip-Gesetzes mit dem Ziel, europäischen Designkapazitäten für fortschrittliche Chips aufzubauen und zu stärken. Chipdesign-Unternehmen sollen damit Zugang zu Entwurfswerkzeugen, Unterstützungsdiensten, geistigen Eigentumsrechten sowie zu Fertigungskapazitäten bekommen. Die Plattform soll der Gemeinschaft dabei helfen, zu den Vereinigten Staaten und China aufzuschließen. Denn nach Angaben der EU erzielen europäische Chipdesign-Unternehmen derzeit weniger als ein Prozent des weltweiten Umsatzes im Bereich Chipdesign. Das benachteilige auch die Chipfertigung: EU investiert Hunderte Millionen in Chipdesign-Plattform.
OpenAI hat angekündigt, Pierre Computer zu übernehmen. Dieses Start-up bietet Open-Source-Tools für die Softwareentwicklung und einige davon sind bereits in Codex eingebaut, dem KI-basierten Softwareentwicklungs- und Automatisierungsagenten von OpenAI. Dadurch baut die KI-Firma eine eigene Infrastruktur für das Coding mit KI auf, praktisch als Konkurrenz zu GitHub. Denn „die Systeme rund um Git müssen sich weiterentwickeln“, wie OpenAI es ausdrückt. Damit wird OpenAI auch zum Konkurrenten zu einem Großinvestor, denn GitHub gehört seit 2018 zu Microsoft. Microsoft hat aber auch Milliarden in OpenAI investiert und hält derzeit rund ein Viertel der Anteile des KI-Unternehmens. Allerdings konkurrieren die beiden Firmen auch in anderen Einsatzgebieten miteinander: OpenAI wird mit Übernahme von Pierre Computer zum GitHub-Konkurrenten.
Während die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit ihrem Berliner Pandemie-Frühwarnzentrum unter anderem mithilfe KI darauf hinarbeitet, dass bis 2030 jedes Land neue Krankheitsausbrüche binnen 24 Stunden erkennen kann, kämpfen die rund 400 deutschen Gesundheitsämter noch immer mit den Grundlagen der Digitalisierung. Wie weit Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen, zeigte sich schon in der Corona-Pandemie. Als weitreichende Entscheidungen zum Schutz der Bevölkerung getroffen werden mussten, kamen die dafür nötigen Infektionsmeldungen oft noch per Fax in den Ämtern an und wurden händisch in Tabellen abgetippt. Was sich seitdem getan hat und warum Technik allein für künftige Krisen nicht reicht, besprechen wir im Podcast mit zwei Experten für Digital Health: Wie gut sind Gesundheitsämter auf Pandemien vorbereitet?
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Das australische Softwareunternehmen Canva hat Stellenstreichungen und eine grundlegende Umstrukturierung angekündigt. Betroffen ist mehr als ein Fünftel der Belegschaft. Laut Canva werden 1.271 Mitarbeitende, das entspricht 22 Prozent der Belegschaft, ihren Arbeitsplatz verlieren, eine andere Rolle übernehmen oder an einen der zentralen Standorte des Unternehmens wechseln. Ohne künstliche Intelligenz direkt zu erwähnen, erklärt Canva-CEO Melanie Perkins, dass „neue Technologien verändern, was Menschen erschaffen können, wie sie es tun und was sie von den Produkten erwarten, die sie nutzen“. Da Canva Software zur Bild- und Videobearbeitung vertreibt, ist die Firma vom Umbruch in der Branche durch den KI-Boom besonders betroffen: Umstrukturierung und Stellenabbau bei Canva.
In der heutigen Ausgabe der #heiseshow besprechen wir unter anderem, was hinter den Cyberangriffen auf Kühlschränke in Supermärkten steckt. Wie gelangen die Täter an die Steuerung der Kühltechnik? Und wie gut sind Händler und Hersteller gegen solche Angriffe auf vernetzte Anlagen gewappnet? Derweil plant Frankreich eine Internet-Steuer von 5,5 Cent pro Gigabyte, die Anbieter der Inhalte, etwa Streaming-Dienste, zahlen sollen. Wie realistisch ist es, dass die Steuer tatsächlich kommt? Müssen Verbraucher mit höheren Preisen rechnen? In Deutschland soll der Führerschein auf dem Smartphone Ende November verfügbar sein, voraussichtlich über die i-Kfz-App. Was bringt der digitale Nachweis im Alltag? Wie steht es um Datenschutz und Sicherheit? Das sind die Themen heute um 17 Uhr live in der #heiseshow: Kühlschrank-Cyberangriffe, Internetsteuer, digitaler Führerschein.
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Auch noch wichtig:
- Neue Verbrenner könnten auch nach 2035 noch auf Europas Straßen kommen. Im EU-Parlament hat der Umweltausschuss sich für eine Lockerung ausgesprochen: EU-Abgeordnete stimmen für Aufweichung des Verbrenner-Aus.
- Zwei Drittel der Neuwagen haben laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) einen alternativen Antrieb. Ausschließlich batterieelektrisch fahren 27,2 Prozent – nach einem Plus von 58,1 Prozent, so das KBA: Mehr als jeder vierte Neuwagen fährt batterieelektrisch.
- In mehreren US-Gemeinden wurde bei den Zwischenwahlen auch über Rechenzentren abgestimmt. Die Resultate sind eindeutig und für die Tech-Branche verheerend: Rechenzentren noch größere Verlierer bei US-Zwischenwahlen als die Republikaner.
- Der milliardenschwere Diebstahl bei Binance wurde nicht nur durch einen kompromittierten Laptop ermöglicht. Die Verantwortlichen haben Monate daran gearbeitet: Falsches Bewerbungsgespräch als Einfallstor für Rekorddiebstahl bei Binance.
- Wie ein gehacktes Shelly-Energiemessgerät mit über 2.000 Messungen pro Sekunde den Gesamtverbrauch und die Betriebszeit einzelner Maschinen getrennt erfasst. Wir haben Shelly-Hardware gehackt: Werkzeug per Strom-Fingerabdruck erkennen.
- Die neue Claude-Funktion soll Unternehmen helfen, ihre KI-Kosten zu kontrollieren. Gleichzeitig ermöglicht sie, die Leistung ihrer Mitarbeiter zu bewerten: Was Vorgesetzte dank Smart Reports über die Claude-Nutzung von Mitarbeitern erfahren.
- In Frankreich haben Angreifer versucht, die Kühlsteuerung eines Lagers für Blutprodukte zu manipulieren. Es ist eine Eskalation der Kühlgeräteangriffe: Bis aufs Blut verwundbar.
- Das Security-Team Calif.io hat nach dem ersten Untethered-Jailbreak für iOS 27 nun auch Apples Lockdown-Mode überwunden. Dieser wurde erstmals geknackt: Calif.io durchbricht iOS-Blockierungsmodus, überlebt Update.
- Vernetzte Technik kann Angriffsflächen bieten. Ein IT-Experte fordert strengere Prüfungen – was sich aus seiner Sicht ändern muss nach den Cyberangriffen auf Kühlsysteme: Hersteller in der Kritik.
- BMW kappt die Margenprognose für 2026 auf annähernd null, weil der Konzernumbau teurer wird. Im dritten Quartal brach vor allem China ein: BMWs Umbau mit Abfindungen und frühem Aus für Gen5 frisst die Jahresmarge.
- Der Elektro-Pickup Musso EV unterbietet selbst Verbrenner-Pick-ups beim Preis. Allerdings taugt die Pkw-lastige Auslegung nur bedingt im Nutzfahrzeug-Einsatz. Wir haben das E-Pick-up KGM Musso EV im Test: Preisbrecher für Straßenfahrer.
- Der Speicherhunger von Windows ist vielen ein Dorn im Auge. Microsoft hat nachgebessert und will auf 8-GByte-PCs deutlich fixer sein: Microsoft optimiert Windows für 8-GByte-PCs.
(fds)
Source: Heise · Frank Schräer
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