Ursprünglich sollte Trump Gerichtsunterlagen zufolge bereits vergangene Woche aussagen. Seine Anwälte argumentierten jedoch, dass der Präsident »aufgrund anderer Angelegenheiten von nationaler Bedeutung« nicht mehr zur Zeugenaussage zur Verfügung stehe. Trump trat am Freitag vergangener Woche bei einem Wahlkampfauftritt in Georgia auf, um im Vorfeld der US-Parlamentswahlen Anfang November für seinen Parteikollegen Mike Rogers zu werben. An diesem Tag war zuvor Trumps Aussage terminiert gewesen.
Trump hatte die BBC im Dezember 2025 auf insgesamt zehn Milliarden Dollar verklagt. Hintergrund der Klage, die bei einem Gericht im US-Bundesstaat Florida einging, ist ein Streit über den Zusammenschnitt einer Rede Trumps vom 6. Januar 2021. An diesem Tag war in der US-Hauptstadt Washington das Kapitol gewaltsam gestürmt worden. Ausgestrahlt wurde die Sendung kurz vor der US-Präsidentschaftswahl im November 2024.
In der Dokumentation hatte die BBC unterschiedliche Teile der Rede Trumps zusammengeschnitten und diesen Fehler später auch eingeräumt. Der Fall wurde als maßgeblicher Grund für den Rücktritt von Senderchef Tim Davie und der fürs Nachrichtengeschäft verantwortlichen Journalistin Deborah Turness angegeben. Der US-Präsident warf der BBC vor, ihn in der Dokumentation »falsch und diffamierend« dargestellt zu haben. Der Sender habe »böswillig« versucht, seine Zuschauer zu täuschen.
Für eine Verleumdungsklage sah die BBC von Anfang an aus mehreren Gründen keine Grundlage. Sie argumentiert, dass Trump nicht – wie in der Klage dargelegt – habe nachweisen können, dass ihm die Sendung tatsächlich geschadet habe. Auch die Behauptung, die Sendung sei in den USA ausgestrahlt worden, sei falsch. Bei dem betroffenen Ausschnitt handle es sich zudem nur um 15 Sekunden einer einstündigen ausgewogenen Sendung.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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