Kremlberater Kirill Dmitrijew mit Melania Trump
Foto: Alex Brandon / AP / dpaUS-Präsident Donald Trump hat nach Gesprächen mit Vertretern Russlands ein »sehr großes« Abkommen in Aussicht gestellt, das nicht nur die Ukraine, sondern möglicherweise »ganz Europa« betreffen könnte. »Es wird mehr als die Ukraine umfassen, und ich könnte sogar sagen, dass es ganz Europa umfassen könnte«, sagte Trump vor Journalisten im Oval Office.
Kremlberater Kirill Dmitrijew und Trump-Berater Steve Witkoff
Foto: Vyacheslav Prokofyev / Sputnik Kremlin / AP / dpaNach einem von seiner Frau Melania Trump veranstalteten Treffen von Vertretern Moskaus und Kyjiws im Weißen Haus traf der US-Präsident am Donnerstag nach eigenen Angaben mit Kremlberater Kirill Dmitrijew zusammen. Ukrainische Vertreter empfing er dagegen nicht zu einem Gespräch.
Neue Befürchtungen in Europa
»Ich kann Ihnen nicht sagen, worüber ich gesprochen habe«, sagte Trump nach seinem Treffen mit dem Berater des russischen Präsidenten Wladimir Putin. »Ich sage Ihnen nur: Es wird eine Übereinkunft geben, es wird eine große Übereinkunft geben.« Er fügte hinzu: »Es wird ein großes, schönes Abkommen werden, und alle werden begeistert sein.«
Trumps Ankündigung eines »ganz Europa« und die Ukraine betreffenden Abkommens und ein Treffen mit dem Putin-Berater Dmitrijew dürfte in Kyjiw und der EU Befürchtungen verstärken, wonach der US-Präsident mit Blick auf den Ukrainekrieg eine Russland-freundliche Haltung vertritt. Im Oktober hatte Trump vom US-Kongress beschlossene Sanktionen gegen Russland per Dekret auf Eis gelegt und russische Diesellieferungen an die USA angekündigt.
US-First-Lady Melania Trump hatte sich am Donnerstag bei einem Treffen mit Dmitrijew und dem ukrainischen Unterhändler David Arachamia für eine »dauerhafte« Waffenruhe in der Ukraine ausgesprochen. Als Vorbild könne die sechstägige Feuerpause in der Stadt Oleschky in der vergangenen Woche dienen, sagte die Frau von US-Präsident Trump.
Kremlmann Kirill Dmitrijew mit Melania Trump
Foto: Alex Brandon / AP / dpa»Jetzt müssen wir den Mut, den wir nach Oleschky gebracht haben, nutzen, um durch das gemeinsame Mitgefühl für das Leid unschuldiger Menschen eine Basis des Einvernehmens zu finden«, sagte sie vor Journalisten. »Gemeinsam können wir etwas schaffen, das dauerhafter ist als eine vorübergehende Waffenruhe.«
Die aus Slowenien stammende Melania Trump erklärte, sie habe Dmitrijew und Arachamia Briefe an den russischen Präsidenten Wladimir Putin und den ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj übergeben. Moskaus Vertreter Dmitrijew erklärte, er habe sich im Namen Putins bei der US-First-Lady für ihre »herausragende humanitäre Rolle« bedankt.
Selenskyj hatte Melania Trump am Mittwoch wegen ihrer Bemühungen um Oleschky mit einem nationalen Orden ausgezeichnet. Er würdige damit ihren »bedeutenden persönlichen Beitrag zur humanitären Unterstützung für die Ukraine sowie ihr aktives Engagement für Menschenrechte und Wohltätigkeit«, erklärte das Präsidentenbüro in Kyjiw.
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Die First Lady hatte die begrenzte Waffenruhe in der russisch besetzten ukrainischen Stadt Oleschky vermittelt, um einen humanitären Einsatz zu ermöglichen. Die Feuerpause, die bis Sonntag galt, war die längste in dem seit gut viereinhalb Jahren andauernden Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Melania Trump hatte sich in der Vergangenheit mehrfach für die Rückkehr nach Russland verschleppter ukrainischer Kinder eingesetzt.
Am Dienstag und Mittwoch kommender Woche kommen Unterhändler Russlands, der Ukraine und der USA in Abu Dhabi zu Dreiergesprächen über ein mögliches Ende des Ukrainekriegs zusammen. Es ist das erste derartige Treffen seit Februar. Im Vorfeld hatte der ukrainische Präsident Selenskyj in Kyjiw Gespräche mit den US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner geführt.
jpe/AFP
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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