Eintracht Frankfurt hat sich im ersten reinen Bundesliga-Duell der laufenden DFB-Pokalsaison gegen den Hamburger SV durchgesetzt. Im Hamburger Volkspark machte die SGE ihre Tore in den wichtigen Spielphasen und gewann 3:1 (0:0). Robin Koch (56. Minute) und die Nationalstürmer Jonathan Burkardt (71.) und Younes Ebnoutalib (75.) schossen Frankfurt ein Polster heraus, gegen das Terem Moffi nur noch ein Ehrentreffer gelang (79.).
In der ersten Hälfte hatte sich für die Partie noch keine Richtung abgezeichnet, die Hamburger agierten auf Augenhöhe – und hatten Grund, sich über Schiedsrichter Tobias Stieler zu ärgern. Der Unparteiische bewertete ein Einsteigen von Koch gegen Zakaria El Ouahdi, der sich bis in den Strafraum gedribbelt hatte, als fairen Körpereinsatz – angesichts dessen, dass Koch dem TV-Bild zufolge nur den Gegner abräumte, ohne an den Ball zu kommen, eine gnädige Entscheidung gegenüber Frankfurts Abwehrchef (35.).
Zuvor hatten beide Mannschaften bereits Ambitionen auf die Führung angemeldet. Albert Grønbæk verfehlte das Frankfurter Tor knapp (29.), Burkardts ersten guten Versuch konnte Sebastiaan Bornauw per Grätsche im letzten Moment stoppen (30.). Bis zum Pausenpfiff machte Frankfurt das Spiel, die Hamburger hatten über Konter die besseren Gelegenheiten, spielten diese aber nicht gut aus.
Burkardt glänzt, sein Vertreter genauso
Dann schlug die Stunde der Frankfurter Nationalstürmer. Zweimal bekam Burkardt ein hohes Zuspiel an den langen Pfosten serviert. Erst legte der Angreifer mit einem klugen Kopfball in die Mitte die Führung von Koch auf, der nach einem Eckball nach aufgerückt war und per Kopf traf (56.). Dann war es an Burkardt selbst, ein Tor zu erzielen: Mit der Brust pflückte er den nächsten hohen Ball aus der Luft, legte ihn sich im Strafraum geschickt vor und traf mit einem überlegten Abschluss (71.).
Der HSV hatte weiterhin Chancen, auch dadurch begünstigt, dass Noah Atubolu im Frankfurter Tor große Unsicherheiten zeigte. Bei einem Atubolu-Stolperer nach einem Eckball verpasste Moffi per Kopf noch das erste Hamburger Tor (63.), machte es dann aber später per Abstauber besser, nachdem Atubolu einen Schuss von Patson Daka nicht hatte festhalten können (79.). Allerdings war das schon nur noch der Ehrentreffer zum 1:3, denn kurz zuvor hatte Joker Ebnoutalib von Burkardt übernommen und nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung getroffen (75.).
RB Leipzig entgeht Blamage
Champions-League-Teilnehmer RB Leipzig hat ein Aus bei Drittligist RW Essen mit viel Mühe abwenden können. Lucas Brumme (9.) traf zur frühen Führung für den Außenseiter gegen einen schwachen Bundesligisten, der nach Gelb-Rot gegen Mittelfeldspieler Nicolas Seiwald (44.) die Hälfte des Spiels in Unterzahl verbrachte. Christoph Baumgartner drehte die Partie spät mit zwei Jokertoren (78./82.) zum 2:1 (0:1).
Den ersten Ärger für die Gäste gab es bereits vor dem Spiel: An der Essener Hafenstraße hatten Unbekannte ein Eingangstor zum Gästeblock zubetoniert. Die 550 angereisten Leipzig-Fans konnten die Partie trotzdem verfolgen, Mitarbeiter des Vereins und des Stadionbetreibers rückten mit Hacken an, um den Beton innerhalb von zwei Stunden zu entfernen.
Kurz nach Anpfiff sahen die Zuschauer dann die Führung für den Außenseiter: Ein Rückpass von Castello Lukeba auf den wegrutschenden Torwart Ørjan Nyland missriet völlig, sodass Linksaußen Brumme leichtes Spiel hatte (9.). Schon 2024 hatte es ein Pokalduell der beiden Clubs gegeben, damals verlor Essen nach früher Führung noch 1:4.
Seiwald schwächt RB weiter
Diesmal tat sich die Leipziger Offensive lange schwer. Essen war in den Zweikämpfen präsenter und gedankenschneller, was Seiwald kurz vor der Pause zum Verhängnis wurde: Der Österreicher kam im Duell mit Ruben Reisig zu spät und sah Gelb-Rot, nachdem er zuvor bereits einmal taktisch gefoult hatte (44.).
Schiedsrichter Florian Exner zeigt Nicolas Seiwald Gelb-Rot
Foto: DeFodi.de / DeFodi Images / IMAGONach dem Seitenwechsel spielten die zehn Leipziger energischer nach vorne. Ein Doppelschlag vom eingewechselten Baumgartner, der bei zwei Flanken richtig stand (78./82.), sicherte RB schließlich doch noch den Einzug in die dritte Pokalrunde, die am 1. und 2. Dezember ausgetragen wird.
Weiter im Lostopf ist auch der FC Augsburg, der sich gegen die SG Sonnenhof Grosaspach 4:2 (2:1) in die nächste Runde kämpfte, und der VfL Bochum, der Bundesligist Mainz 05 2:0 (0:0) ausschaltete.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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