Das Wohlwollen geht durch alle Gruppen: Grundsätzliches Verständnis für die Jugendproteste äußerte jeweils eine große Mehrheit in Ost- und Westdeutschland, in allen Altersgruppen sowie allen politischen Lagern. Von den Schülerinnen, Schülern und Studierenden können 86 Prozent die Gründe für die Demonstrationen nachvollziehen. Kein Verständnis äußerten am ehesten die Anhänger von CDU/CSU (28 Prozent) sowie von der AfD (33 Prozent).
Am vergangenen Wochenende waren über 100.000 vor allem junge Menschen den Aufrufen der Initiative »Gen Z regelt« gefolgt und hatten in über 30 Städten demonstriert. Hauptthemen waren dabei bessere Bildung, mehr soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz sowie die Haltung gegen eine Wehrpflicht. Die Organisatoren hatten ausdrücklich dazu aufgerufen, »solidarisch und friedlich« zu protestieren.
Debatte über Krawalle
Während ein Großteil der Demos friedlich verlief, war es am Rande vereinzelt zu Ausschreitungen zwischen Demonstrierenden und Einsatzkräften der Polizei gekommen – etwa in Frankfurt am Main, Berlin und Hamburg. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt sowie einige festgenommen. In der Politik gehen die Meinungen auseinander, wie viel die Krawalle über die eigentlichen Demonstrationen aussagen – und wer für sie verantwortlich zeichnet. Innenminister Alexander Dobrindt brachte neben Linksextremisten auch »migrantische Milieus« ins Spiel, andere, etwa Verteidigungsminister Boris Pistorius, wies die Formulierung als zu pauschal zurück.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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