Die Verspätungen von Zügen der Deutschen Bahn, die auf den Zustand der Infrastruktur zurückzuführen sind, haben in diesem Jahr noch einmal stark zugenommen. »Die Zahl der Verspätungsfälle, die mit gestörten Infrastrukturanlagen zusammenhängen, ist 2026 um 40 Prozent gestiegen«, sagte der Chef der Infrastruktursparte DB InfraGo, Philipp Nagl, der »Zeit« . Der sehr kalte Winter und der sehr heiße Sommer hätten die Anlagen besonders strapaziert.

»Extreme Temperaturen beschädigen die Infrastruktur und verhindern schnelle Reparaturen«, sagte Nagl weiter. »Wenn man ganz Deutschland betrachtet, gehen die Weichen, Oberleitungen und Stellwerke im Moment immer noch schneller kaputt, als wir sie repariert bekommen.«

Nagl nennt auch einen Zeitplan, wann es besser werden soll. »Die Strahlwirkung wird man spüren, wenn wir mit den ganz heiklen Sanierungen fertig sind«, sagte er. Dazu gehöre die noch bis Ende des kommenden Jahres laufende Modernisierung der Strecke Hannover–Berlin. Im Jahr 2029 stehe noch Hamburg–Hannover an. »Dann sind die großen Strecken erledigt. Und dann werden auch überall in Deutschland die Züge wieder pünktlicher kommen«, betonte Nagl.

Mit den sogenannten Generalsanierungen soll das überalterte Schienennetz langfristig wieder ertüchtigt werden. Dutzende Strecken sind davon betroffen. Das Projekt wurde nach Verzögerungen und anhaltenden Problemen bereits öfter überarbeitet. Noch der frühere Bahn-Chef Richard Lutz hatte zum Start der ersten Sanierung im Jahr 2024 betont, dass sich die Pünktlichkeit mit jedem sanierten Korridor immer weiter verbessern soll.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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