Der starke Kursrutsch an den US-Aktienmärkten im Zuge des Ausverkaufs im KI- und Halbleitersektor hat den Dax am Freitag zeitweise wieder unter die 26.000-Punkte-Marke rutschen lassen. Eine Viertelstunde nach Eröffnung auf Xetra verlor der deutsche Leitindex 1,46 Prozent auf 25.940 Punkte. Später erholte er sich wieder etwas.
Tags zuvor hatte er mit 26.692 Punkten ein Rekordhoch erreicht, bevor die Schwäche an den US-Börsen einsetzte und ihn letztlich ins Minus drückte. »Die Vorsicht nimmt zu, zumal der Dax mit einem Rekordstand gerade erst ein optimales Umfeld einpreiste, das nun nicht mehr vorherrscht«, kommentierte Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank.
Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank um 1,07 Prozent auf 30.560 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 1,2 Prozent.
Anlass war der Sieg der Demokraten bei den US-Kongresswahlen. »Die Anleger erkennen, dass sich mit den US-Zwischenwahlen auch die politischen Rahmenbedingungen für den KI-Boom verändern könnten«, merkte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets dazu an.
»Durch neue Mehrheitsverhältnisse und politische Führungswechsel auf Ebene der Bundesstaaten geraten bislang als sicher geltende Rechenzentrumsprojekte möglicherweise erneut auf den Prüfstand«, sagte er. Damit wachse die Unsicherheit über den künftigen Investitionsbedarf und die Geschwindigkeit des geplanten Kapazitätsausbaus. Die Bewertungsaufschläge würden daher zunehmend hinterfragt und abgebaut.
»An der Wall Street ist genau das eingetreten, was Anleger seit Monaten befürchten: dass sich das Klumpenrisiko aus wenigen Tech-Schwergewichten rächt und die großen Indizes mit in die Tiefe reißt, wenn sie einmal stärker fallen sollten«, so Experte Stanzl. »Die Angst vor einem KI-Ausbaustopp durch die Demokraten trübt die Stimmung.«
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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