Der Internetversender notebooksbilliger.de und der Internet-Service-Provider Pÿur (besser als Tele Columbus bekannt) haben Kundinnen und Kunden in E-Mails über Angriffe auf die Unternehmens-IT informiert. Dabei könnten persönliche Daten in falsche Hände gelangt sein.
Notebooksbilliger.de schreibt, dass es sich um eine „vorsorgliche“ Benachrichtigung handele. Demzufolge seien Teile der IT-Systeme der notebooksbilliger.de AG „Ziel eines kriminellen Cyber-Angriffs geworden“. Am 12. Oktober hat das Unternehmen laut eigenen Angaben die unbefugten Zugriffe auf die IT bemerkt. Es lasse sich nach derzeitigem Untersuchungsstand mit externen Experten nicht ausschließen, dass Daten wie Kontonummern (IBAN) „in diesem Zuge an die Täter abgeflossen sind“. Es lägen keine Hinweise darauf vor, dass Passwörter betroffen seien. „Vollständige Kreditkartennummern von Kunden oder zugehörige Sicherheitscodes werden in unseren Systemen nicht gespeichert und sind daher nicht betroffen“, schreibt notebooksbilliger weiter.
„Sofort nach der Entdeckung haben wir Gegenmaßnahmen eingeleitet. Gemeinsam mit einem externen Spezialisten für IT-Forensik überwachen wir unsere Systeme rund um die Uhr und analysieren den Vorfall“, führt das Unternehmen weiter aus. Es gebe nach aktuellem Stand keine Anzeichen, dass Angreifer weiter aktiv seien. Die zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde sei informiert, notebooksbilliger habe Strafanzeige erstattet. Die Untersuchungen dauerten an. Medienberichten zufolge hat notebooksbilliger angegeben, dass eine mittlere fünstellige Kundenzahl betroffen ist.
Datenabfluss auch beim ISP Pÿur
„PŸUR ist die Endkundenmarke der Tele Columbus AG und betreibt ein eigenes Netz in vielen Regionen Deutschlands“, gibt das Unternehmen auf seiner Webseite über sich selbst an. Als Internetzugangsanbieter vertreibt das Unternehmen DSL-, Glasfaser- und Kabelanschlüsse. Am Donnerstag vergangener Woche ergingen Benachrichtigungs-E-Mails an die Kundschaft, in denen das Unternehmen den Cyberangriff auf die IT-Infrastruktur und den Vertrieb beichtet. Dabei sind offenbar ebenfalls Daten abgeflossen.
Unter anderem sind Vertragsnummer, Name und Kontodaten betroffen. Der IT-Vorfall soll sich zwischen Mitte September und Anfang Oktober 2026 ereignet haben. Auch Tele Columbus gibt an, zuständige Behörden informiert: Bundesnetzagentur, BSI und zuständige Datenschutzbehörden. Außerdem habe die Firma Anzeige gegen Unbekannt gestellt.
Potenzielle Einbruchsfolgen
Als potenzielle Folge nennt notebooksbilliger, dass Kriminelle mit den Informationen Phishing-Angriffe starten könnten. „Betrüger könnten Nachrichten, Anrufe und Zahlungsaufforderungen erstellen, die echt wirken. Sie könnten in unserem Namen oder im Namen von bspw. Ihrer Bank oder einer Behörde auftreten oder versuchen, unberechtigte Abbuchungen von Ihrem Konto sowie Bestellungen oder Vertragsabschlüsse in Ihrem Namen zu veranlassen.“ Die Empfänger der E-Mails sollten daher auf der Hut sein und Kontobewegungen in den kommenden Monaten genauer kontrollieren.
(dmk)
Source: Heise · Dirk Knop
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