Cisco erweitert zum diesjährigen Partner Summit 2026 in Vancouver seine Netzwerkplattformen um Funktionen für KI-gestützte Betriebsabläufe. Im Mittelpunkt stehen standardisierte MCP-Schnittstellen für eigene KI-Werkzeuge, integrierte Netzwerk- und Applikationstests mit ThousandEyes sowie ein kontrollierter privilegierter Zugriff für Administratoren und KI-Agenten. Ziel ist es, Fehler schneller zu erkennen und Betriebsaufgaben stärker zu automatisieren, ohne die Kontrolle über kritische Infrastrukturzugriffe aufzugeben.

MCP-Server für eigene KI-Werkzeuge

Auf Basis des Model Context Protocol (MCP) stellt Cisco standardisierte Schnittstellen für zahlreiche Plattformen bereit, darunter die Netzwerkmanagementplattformen Meraki und Catalyst Center sowie die NAC-Lösung ISE. Über MCP-Server können externe KI-Werkzeuge und -Agenten auf Konfigurations- und Telemetriedaten der Netzwerkplattformen zugreifen. Die Schnittstellen sollen Kunden und Partnern unter anderem automatisierte Fehleranalysen, Troubleshooting und Reporting vereinfachen. Netzwerkdaten lassen sich so in eigene Agenten und betriebliche Workflows einbinden. Die MCP-Server sind im hauseigenen Entwicklerportal DevNet beschrieben und stehen auf GitHub zum Download bereit. Auch Arista und HPE Juniper bieten MCP-Server für ihre Netzwerkplattformen an.

Cisco kündigt zudem die native Integration von ThousandEyes-Funktionen in unterstützte Wi-Fi-6E- und Wi-Fi-7-Access-Points an. Damit sollen sich wichtige Netzwerkdienste und Anwendungen automatisiert und kontinuierlich im Hintergrund testen lassen – auch dann, wenn gerade keine Clients mit dem WLAN verbunden sind. Separate ThousandEyes-Agent-Hardware ist dafür nicht erforderlich. Die Funktion setzt unterstützte Access Points und berechtigte Cisco-Networking-Essentials- oder -Advantage-Lizenzen voraus. Bisher ließen sich ThousandEyes-Agenten beispielsweise als Container auf unterstützten Catalyst-Switches betreiben. Ähnliche automatisierte Tests bieten Arista mit den Client Connectivity Tests in CV-CUE und HPE Juniper mit Marvis Minis in Mist.

Mit Privileged Infrastructure Access, das Cisco gemeinsam mit Teleport entwickelt, sollen Administratoren und KI-Agenten zeitlich und aufgabenbezogen begrenzte Zugriffe auf Cisco-Router und -Switches erhalten. Kurzlebige, an eine Identität gebundene Zertifikate und aufgabenbezogene Berechtigungen sollen dauerhafte privilegierte Zugänge und gemeinsam genutzte Zugangsdaten reduzieren. Die Sitzungen werden aufgezeichnet und die Berechtigungen laufen nach Abschluss der Sitzung ab. Damit adressiert Cisco ein zentrales Sicherheitsproblem agentischer Automatisierung. KI-Agenten sollen Infrastrukturaufgaben ausführen können, ohne dafür dauerhaft weitreichende Administrationsrechte zu benötigen.

Cisco erweitert die Unterstützung seiner Live-Protect-Lösung, die Systeme durch kompensierende eBPF-Maßnahmen bis zur Installation eines Patches schützen soll. Unterstützt werden bereits Nexus-9000-Switches, Nexus 9300 Smart Switches, Catalyst 9000 Smart Switches, CW9800-WLAN-Controller und Catalyst SD-WAN. Bis Ende 2026 soll die Unterstützung für Cisco 8000 Secure Router und Cisco Firewalls hinzukommen. Die Schutzmaßnahmen ersetzen keine dauerhaften Softwarekorrekturen.

Risikobewertung im Asset Management

Die Asset-Management-Lösung Cisco IQ erhält zudem Playbooks für Software End of Vulnerability Support (EoVS). Sie sollen Risiken erkennen helfen, die entstehen, wenn eingesetzte Software keine Sicherheitskorrekturen mehr erhält. Zudem bietet die Lösung Informationen zu prioritären Softwarefehlern und Bewertungen der eingesetzten Softwarestände. Damit sollen sich Ausfallrisiken erkennen, Abhilfemaßnahmen priorisieren und notwendige Upgrades oder Sicherheitsoptimierungen bestimmen lassen. Der Hersteller stellt auch für IQ einen MCP-Server bereit.

(fo)

Source: Heise · Benjamin Pfister

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