Sie sollte getötet werden, doch beim Versuch, die US-Gefängnisinsassin Christa Pike hinzurichten, gab es mehrere Pannen. Am Ende scheiterte das Unterfangen, Pike kam ins Krankenhaus. Nun hat sie sich erstmals selbst dazu geäußert. Es gebe »keinen einzigen Moment«, in dem sie keine Schmerzen habe, wird Pike in einer von ihren Anwälten verbreiteten Stellungnahme zitiert.
Pike war 1996 wegen Mordes verurteilt worden und sollte Ende September im US-Bundesstaat Tennessee via Giftspritze hingerichtet werden. Ihre Anwälte gehen davon aus, dass bei der Verabreichung des todbringenden Medikaments Komplikationen auftraten: Demnach floss das Pentobarbital nicht wie geplant in Pikes Blutkreislauf, sondern in ihren Körper. »Offenbar hat zu keinem Zeitpunkt ein Mitglied des Hinrichtungsteams bemerkt, dass die Infusionsschläuche nicht korrekt platziert oder die Venen geplatzt waren und das Pentobarbital ganz oder teilweise in den Körper von Frau Pike gelangte«, teilten die Anwälte nach dem gescheiterten Versuch mit.
In der Stellungnahme schildert die 50-Jährige, dass sie beim Betreten der Hinrichtungskammer Ende September ihren Frieden damit gemacht habe. Tage später sei sie dann allein und verwirrt in einem Krankenhaus aufgewacht. »Mein Körper schmerzt.« Der Schmerz sei nicht nur körperlich: »Er sitzt auch in meinem Kopf und in meiner Seele.«
Pike schilderte weiter, dass sie nun größtenteils auf einer Krankenstation des Gefängnisses isoliert sei. »Ich habe 28 Jahre in Einzelhaft verbracht, und vieles von dem, was ich heute erlebe, ist eine Wiederholung dieser Situation.« Sie versuche, einen Sinn in dem zu finden, was ihr widerfahren sei. »Ich weiß nicht, warum ich jene Nacht überlebt habe. Ich weiß nicht, was als Nächstes kommt.«
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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