Trotz der Festlegung der Union auf Ilse Aigner (CSU) als Kandidatin für die Bundespräsidentenwahl schweigt Friedrich Merz (CDU) weiter. Das bringt dem Kanzler nun Kritik von den Grünen ein. Merz sei »erneut ein wichtiges Personalverfahren entglitten«, sagte Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour dem »Kölner Stadt-Anzeiger« vom Samstag. »Er musste von mehreren Seiten dazu gebracht werden, eine Kandidatin zu präsentieren, die breit getragen werden kann.«
Nach Informationen aus Parteikreisen läuft die Entscheidung über die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier auf die bayerische Landtagspräsidentin Aigner hinaus. Auf die Nominierung einer eigenen Kandidatin will die CDU demnach verzichten. Aigner solle als gemeinsame Kandidatin der Koalitionsparteien CDU, CSU und SPD vorgeschlagen werden. Zugleich wurde betont, dass die Entscheidung offiziell erst bei den Sitzungen der Parteigremien am Montagvormittag getroffen werden soll.
Kritik auch aus der CDU
Zuvor war auch aus der CDU selbst Kritik laut geworden. »Für so ein Spitzenamt, wo wir ganz schwierige Bundestagswahlen vor uns haben, dann so zu dilettieren und zu verzögern, das ist bitter«, hatte der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter in der ZDF-Sendung »Markus Lanz« mit Blick auf Merz und die nächsten Wahlen im Bund 2029 gesagt.
Merz hielt sich auch am Freitag weiter bedeckt. »Wir haben in der CDU verabredet, mit der CSU, dass wir ein Verfahren einhalten«, sagte er nach einem Bericht der »Westfalenpost« am Abend bei einer Veranstaltung der Zeitung in Hagen. »Ich halte mich, vielleicht als einer der wenigen, an die verabredeten Verfahren.« Er habe sich aber festgelegt – auf eine Frau.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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