Die Suche nach einer Nachfolgerin für den scheidenden Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier fokussiert sich zunehmend auf die CSU-Politikerin Ilse Aigner. Nun hat die Präsidentin des bayerischen Landtags sich erstmals selbst zu den Mehrheitsverhältnissen bei der Wahl durch die Bundesversammlung am 30. Januar 2027 geäußert.

»Ich fände es charmant, wenn man die Grünen mit ins Boot holen könnte«, sagte Aigner im Gespräch mit der »Zeit«. Aigner wolle demnach eine Bundespräsidentin der breiten Mitte sein, so die Lesart des Blattes.

Zuletzt hatten sich mehrere CDU-Ministerpräsidenten und Landeschefs offen für Aigner ausgesprochen. Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) nannte Aigner eine »hervorragende Personalie«, wollte sich mit Blick auf die für Montag erwartete Entscheidung im CDU-Präsidium allerdings nicht klar festlegen.

Von den Grünen hatte sich in den vergangenen Wochen etwa Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir dafür ausgesprochen, erstmals eine Frau in das höchste Amt im Staat zu bringen.

Ein schwarz-rotes Bündnis hätte in der Bundesversammlung eine eigene Mehrheit, mit den Grünen wäre die Basis allerdings noch komfortabler, Aigners Rückhalt parteiübergreifend noch breiter.

Aigner über Söder: »Sehr nah« und »sehr fern«

In der »Zeit« äußerte sich Aigner auch über ihr nicht immer konfliktfreies Verhältnis zu ihrem Parteikollegen Markus Söder. Söder und sie seien sich über die Jahre »sehr nah« gewesen, sagte Aigner, »und sehr fern«. »Das war mal ein ambivalentes Verhältnis, das würde er sicher auch so beschreiben«, so Aigner, »aber das ist jetzt schon lange sehr belastbar.«

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Aigner wechselte nach Jahren als Bundeslandwirtschaftsministerin unter Angela Merkel 2013 wieder als Staatsministerin ins bayerische Kabinett Horst Seehofers und blieb dort zeitweise auch unter Markus Söder. 2018 wechselte sie aus der Landesregierung an die Spitze des bayerischen Landtags. Söder hatte bereits angekündigt, Aigner als Kandidatin zu unterstützen.

Einen unbedingten Machtwillen ließ Aigner gegenüber der »Zeit« nicht durchblicken. »Ich bin keine, die andere absägt«, so Aigner. Aufstieg um jeden Preis sei ihre Sache nicht. »Den Killerinstinkt habe ich nicht.«

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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