Tübingens umstrittener Oberbürgermeister Boris Palmer hat sich zu bisher nicht öffentlichen und nicht bestätigten Vorwürfen sexueller Belästigung gegen ihn geäußert und diese als »haltlos« von sich gewiesen. Dem SPIEGEL sagte er, dass er sich gegen die Vorwürfe zur Wehr setzen werde und rechtliche Schritte prüfen lasse. »Auf Wunsch des Ministerpräsidenten Cem Özdemir lässt Boris Palmer sein Ehrenamt bis auf Weiteres ruhen«, sagte ein Sprecher der baden-württembergischen Landesregierung dem SPIEGEL.

Eine frühere Tübinger Stadträtin hat zuvor auf ihrem Instagramprofil umfangreiche Vorwürfe gegen den 54-jährigen Palmer erhoben.

In Teilen der Partei ein rotes Tuch

Palmer war zu Beginn seiner Karriere Landtagsabgeordneter und ist seit 2007 Rathauschef von Tübingen. Er war mal als möglicher Nachfolger des damaligen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) gehandelt worden, bevor er 2023 nach mehreren Skandalen bei den Grünen austrat. Beim linken Flügel der Partei gilt er vielen als rotes Tuch.

Zuletzt hatte sich Palmer offen für eine Rückkehr zu den Grünen gezeigt. Auch Özdemir hatte schon vor längerer Zeit gesagt, er würde sich wünschen, dass es für Palmer einen Weg zurück in die Partei gebe, der frühere Ministerpräsident Kretschmann äußerte sich ähnlich.

Ehrenamtlicher Berater gegen Bürokratie

Özdemir und Palmer sind sich nicht nur politisch nahe, sondern auch privat. Beide kennen sich seit vielen Jahren, Özdemir bezeichnete Palmer jüngst anlässlich seiner Hochzeit als Freund der Familie.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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