Die weltgrößte Kryptobörse Binance hat nach einem Hackerangriff nach eigenen Angaben rund 90 Prozent der gestohlenen Vermögenswerte ersetzt oder gesichert. Die verbleibenden zehn Prozent bestehen aus weniger liquiden Token, deren Beschaffung länger dauern könnte, so das Unternehmen am Samstag.

Insgesamt hat Binance eigenen Angaben zufolge rund 6,34 Milliarden Dollar aus eigenen Mitteln zur Deckung der Verluste bereitgestellt. Dazu gehört auch ein teilweiser Einsatz des unternehmenseigenen Sicherungsfonds SAFU (Secure Asset Fund for Users), der ursprünglich mit einer Milliarde Dollar ausgestattet wurde. Der reguläre Auszahlungsbetrieb soll wie geplant am Sonntag wieder aufgenommen werden.

Laut Co-Chef Richard Teng handelte es sich um einen komplexen Angriff. Die Täter hätten sich über den gehackten Laptop eines Mitarbeiters Zugang zu den IT-Systemen verschafft und anschließend Schadsoftware eingesetzt, um ihre Spuren zu verwischen. Der Großteil der Beute wurde innerhalb von nur 20 Minuten transferiert.

Um das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen, will Binance zudem einen neuen Nachweis über die auf der Plattform verwahrten Vermögenswerte vorlegen. Nutzer sollen damit überprüfen können, ob ihre Einlagen vollständig gedeckt sind. Dies soll zunächst für zehn wichtige Kryptowährungen, darunter Bitcoin, Ethereum und der hauseigene Binance Coin, gelten.

Binance hat nach eigenen Angaben weltweit rund 335 Millionen registrierte Nutzer. Im Jahr 2025 verwahrte die Plattform Vermögenswerte im Gesamtwert von 162,8 Milliarden Dollar.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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