Seit fünf Tagen ist die 13-jährige Lisa T. aus Berlin-Marzahn verschwunden. Gegen 7.15 Uhr sei sie am Dienstagmorgen zu Hause aufgebrochen, um zur Schule zu fahren, teilte die Polizei mit. Doch dort sei das Mädchen nie angekommen. »Es bestehen weiterhin Anhaltspunkte für ein Verbrechen«, erklärte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Michael Petzold.
Seit Freitag suchen 140 Einsatzkräfte, darunter Kollegen der Mordkommission, nach dem Mädchen in Marzahn-Hellersdorf. »Wir suchen hier alles ab«, sagte Polizeisprecher Florian Nath. Die Ermittler seien im direkten Wohnumfeld der Schülerin unterwegs, aber auch auf Wegen und Strecken, die das Mädchen in seiner Freizeit und im Schulalltag nutze.
Bei der Suche am Freitag überflog ein Hubschrauber das Wohngebiet mit zahlreichen Plattenbauten und Grünflächen dazwischen. Auch Spürhunde wurden eingesetzt. Am Dienstag hatte die Polizei bereits eine Mitteilung mit einem Foto zu dem Verschwinden des Mädchens veröffentlicht. Darin bat sie um Hinweise aus der Bevölkerung.
Bisher gibt es keinen Durchbruch
Dem Zeugenaufruf der Polizei sind offenbar viele Menschen gefolgt: »Wir haben eine Menge Hinweise bekommen, glücklicherweise«, sagte der Polizeisprecher. »Aber es hat bisher noch keinen Durchbruch gegeben.«
Am Samstag befragten Einsatzkräfte Anwohnerinnen und Anwohner und hängten Plakate aus. Das Wohngebiet sei sehr weiträumig, es gebe viele Mehrfamilienhäuser sowie Grünflächen und Parks, sagte der Sprecher. Die Suche sei daher aufwendig. Das Haus der Vermissten befindet sich in einem großen Plattenbaugebiet im Nord-Osten Berlins.
Die Polizei bittet weiter Menschen, die etwas gesehen oder gehört haben, sich über das Hinweistelefon oder die Mailadresse des Landeskriminalamts zu melden. Lisa T. soll 1,60 bis 1,65 Meter groß sein und schlank. Den Angaben zufolge ist sie asiatischstämmig und hat lange dunkle Haare. Als sie zuletzt gesehen wurde, trug sie eine schwarze Winterjacke, ein graues Oberteil, eine blaue Jeans und weiße Sneaker.
Verschwinden erinnert an Fall Rebecca
Der Fall erinnert an das Verschwinden der 15-jährigen Rebecca aus dem Stadtteil Britz im Berliner Bezirk Neukölln im Februar 2019. Bis heute wurden weder sie noch ihre Leiche gefunden. Die Polizei hatte in Brandenburg Suchtrupps mit Hunderten Beamten, mit Hunden, Hubschraubern, Drohnen, Baggern, Booten und Tauchern eingesetzt. Sie wertete Handydaten sowie Hunderte Hinweise aus, vergeblich. Die Polizei verdächtigt den Mann von Rebeccas Schwester, sie getötet zu haben. Dieser bestreitet das.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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