- Bericht: Speicherpreise zwingen Samsung zu Kürzungen bei Galaxy-A-Serie
Samsungs Handysparte reduziert die Produktionsmenge ihrer Mittelklassemodelle der Galaxy-A-Serie laut einem Bericht aus Südkorea im vierten Quartal um rund 20 Prozent. Das Unternehmen drossele die Fertigung seiner Mittelklasse-Smartphones aufgrund der steigenden Speicherpreise und Schwierigkeiten bei der Rohstoffbeschaffung, um sich auf seine Topmodelle der Galaxy-S- und -Z-Reihen zu konzentrieren.
10 Millionen Einheiten weniger
Das berichtet die südkoreanische Zeitung ETNews aus Branchenkreisen. Demnach hat Samsung die geplante Anpassung der Produktionsmenge der Galaxy-A-Serie an seine Zulieferer kommuniziert. Im Zuge dessen habe der Konzern die Komponentenbestellungen für das vierte Quartal im Vergleich zum Produktionsplan zu Jahresbeginn um etwa 20 Prozent gesenkt. Ein Brancheninsider sagte weiter: „Auf das Jahr hochgerechnet entspricht dies einem Rückgang von rund 10 Millionen Einheiten.“
Eine weitere Branchenquelle sagte der Zeitung: „Die Situation ist kritisch, da die Mobilfunksparte (MX) von Samsung Electronics in diesem Jahr Verluste verzeichnet.“ Auch für 2027 plane Samsung eine Kürzung der Produktion der Galaxy-A-Reihe um mehr als 10 Prozent, heißt es.
Samsung liefert 230 bis 240 Millionen Smartphones im Jahr aus. Dabei seien die Einsteiger- und Mittelklassemodelle der Galaxy-A-Serie für die hohen Auslieferungszahlen verantwortlich. Laut ETNews machen diese Modellklassen rund 70 Prozent der Smartphoneauslieferungen von Samsung aus und sind entsprechend relevant im Kampf um die Spitzenposition auf dem Smartphonemarkt gegen Apple. Profitabler sind für Samsung allerdings seine Topmodelle.
Smartphones „werfen keinen Gewinn ab“
Jedoch sieht es offenbar für Samsung auf dem Smartphonemarkt allgemein nicht so rosig aus. Das zumindest besagte Anfang Oktober eine Quelle aus der IT-Branche gegenüber Money Today: „Aufgrund steigender Preise für Speicherchips und Halbleiter werfen die Smartphones von Samsung Electronics derzeit beim Verkauf überhaupt keinen Gewinn ab.“ Durch eine reduzierte Smartphoneproduktion könne Samsung das Gewinnniveau des Gesamtkonzerns halten.
Allgemein geht es Samsung wirtschaftlich ausgezeichnet, da der Konzern massiv von den hohen Speicherpreisen profitiert: Für das dritte Quartal 2026 hat Samsung Electronics bereits eine Gewinnprognose veröffentlicht. Demnach hat sich der operative Quartalsgewinn des Konzerns im Vergleich zum Vorjahr auf rund 107,4 Billionen Won (etwa 72 Milliarden Euro) nahezu verneunfacht. Diese massiven Gewinne sind auf die stark steigende Nachfrage nach Speicherchips für KI-Rechenzentren zurückzuführen. Für die Mobilsparte MX schätzt ein Wertpapierhaus dagegen für das dritte Quartal einen operativen Verlust von 1,9 Billionen Won (rund 1,3 Milliarden Euro). Die endgültigen Zahlen samt Spartenergebnissen will der Konzern am 29. Oktober vorlegen
Dass Samsung nun offenbar vornehmlich bei seinen günstigeren Modellen auf die Bremse tritt, deckt sich mit einer Prognose des Analystenhauses Omdia. Diese besagt, dass Budget-Smartphones sich für Hersteller nicht mehr rechnen. Ursache hierfür seien die weiterhin steigenden Speicherpreise, die zu einer erheblichen Belastung für Smartphones der mittleren und unteren Preisklasse geworden seien.
Budget-Smartphones nicht rentabel
Wie Omdia vorrechnet, haben die hohen Speicherpreise zu einem Rückgang von über 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf dem Markt für Smartphones unter 400 US-Dollar beigetragen. So machten Flash-Speicher und DRAM im ersten Quartal 2026 bei Geräten dieser Preiskategorie nahezu 60 Prozent der Materialkosten (Bill of Materials, BOM) aus. Im dritten Quartal 2025 waren es noch etwa 32 Prozent. Der Kostenanteil habe sich damit in diesem Zeitraum nahezu verdoppelt. Im Bereich der Smartphones unter 99 US-Dollar lag der Anteil gar bei 64 Prozent.
Weniger stark mache sich der teurere Speicher bei Oberklasse- oder High-End-Geräten bemerkbar, so Omdia. Bei diesen Smartphones seien die Margen höher – für Smartphones oberhalb von 600 respektive 800 US-Dollar weist Omdia für Speicher einen Anteil von 28 respektive 26 Prozent an den Gesamtmaterialkosten aus. Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 12 beziehungsweise 11 Prozent.
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Source: Heise · Andreas Floemer
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