BASF macht dank des Irankriegs gute Geschäfte. Aber der Druck in der Chemiebranche bleibt hoch. Der Konzern hat Tausende Jobs abgebaut.

28.10.2026, 10.41 Uhr

BASF-Standort in Schwarzheide: Hoher Druck durch hohe Energiepreise BASF-Standort in Schwarzheide: Hoher Druck durch hohe Energiepreise

BASF-Standort in Schwarzheide: Hoher Druck durch hohe Energiepreise

Foto: Filip Singer / EPA

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat nach einem guten dritten Quartal überraschend seine Gewinnprognose angehoben. Für 2026 peilt das Unternehmen nun ein um Sondereinflüsse bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 7,4 bis 7,8 Milliarden Euro an, teilte der Dax-Konzern mit.

Zuletzt hatte der Vorstand um Markus Kamieth noch 6,9 Milliarden bis 7,7 Milliarden Euro im Visier. Bereits im Sommer hatte BASF das Ergebnisziel angehoben. Die deutsche Chemiebranche profitiert davon, dass der Irankrieg die Konkurrenz in Asien hart trifft, die stark von Energielieferungen abhängig ist. Die Nachfrage von Kunden hat sich zu Unternehmen in Europa verschoben. So konnte BASF teilweise die Preise anheben.

Der Druck in der Branche bleibt allerdings hoch. Das Dax-Unternehmen regiert mit einem Konzernumbau, Sparprogrammen und Stellenabbau. Seit Anfang 2024 sei die Zahl der Beschäftigten weltweit um 8600 reduziert worden, berichtete Finanzvorstand Dirk Elvermann in Ludwigshafen. »Bei der Straffung unserer globalen Organisation machen wir große Fortschritte.« In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres seien mehr als doppelt so viele Stellen abgebaut worden wie im gesamten Vorjahr. Rund 93.000 Beschäftigte hat der Dax-Konzern weltweit noch.

BASF will Evonik übernehmen

Im dritten Quartal betrug das operative Ergebnis 1,64 Milliarden Euro und übertraf damit deutlich die Erwartungen der Analysten. Im Vorjahreszeitraum hatte BASF hier 1,43 Milliarden Euro ausgewiesen. Der Umsatz legte im Quartal wegen höherer Preise und Mengen um 14,2 Prozent auf 16,36 Milliarden Euro zu. Unterm Strich ging der auf die Aktionäre entfallende Gewinn unter anderem wegen Restrukturierungskosten um knapp 10 Prozent auf 155 Millionen Euro zurück.

Um sich gegen die internationale Konkurrenz breiter aufzustellen, strebt BASF eine Übernahme des Spezialchemiekonzern Evonik an. Ein Zusammenschluss wäre eine starke deutsche Antwort auf den globalen Wettbewerb, begründete Kamieth jüngst das Werben von BASF. Es gehe um die Entscheidung, allein kleiner oder gemeinsam größer zu denken. Zuletzt erhöhten die Ludwigshafener ihre höhere Offerte für Evonik auf 24 Euro je Aktie oder gut 11 Milliarden Euro, wie die dpa erfuhr.

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Der Chef des CDU-Sozialflügels, Dennis Radtke, äußerte sich kritisch zu den Plänen. Er befürchte, dass eine Übernahme von Evonik Tausende Arbeitsplätze kosten werde, sagte der Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) der »Westdeutschen Allgemeine Zeitung«. »Ich denke, es wäre am besten, den ganzen Vorgang zu beenden. Mir erschließt sich nicht, wo die Vorteile einer Übernahme von Evonik durch BASF liegen sollen.«

In Ludwigshafen macht der größte zusammenhängende Chemiestandort der Welt seit Jahren Verluste. Wie die Stadt zum Inbegriff der deutschen Deindustrialisierung wird, lesen Sie hier.

hej/dpa

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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