Die Krise trifft Audi nicht so hart wie die Konzernmutter Volkswagen. Im dritten Quartal müssen die Ingolstädter aber einen weiteren Gewinnschwund verkraften.

30.10.2026, 10.06 Uhr

Audi-Stand auf der Autoshow in Peking im April: Drastischer Nachfrageeinbruch Audi-Stand auf der Autoshow in Peking im April: Drastischer Nachfrageeinbruch

Audi-Stand auf der Autoshow in Peking im April: Drastischer Nachfrageeinbruch

Foto: Tingshu Wang / REUTERS

Der Ingolstädter Autobauer Audi hofft nach dem Gewinneinbruch der ersten neun Monate auf eine Geschäftsbelebung zum Jahresende. »Wir erwarten ein deutlich ​stärkeres viertes Quartal«, sagte Finanzchef Jürgen Rittersberger am Freitag vor Journalisten. Impulse erwarte sein Unternehmen unter anderem ‌von den neuen SUV-Modellen Q7 und Q9 auf dem US-Markt.

Im dritten Quartal lief es dagegen deutlich schlechter als im Vorjahr, vor allem in China. Dort habe sich insbesondere das Verbrennergeschäft eingetrübt, sagte Rittersberger. Seine Prognose für das Gesamtjahr kappte Audi deswegen erneut und rechnet nun nur ​noch mit einer Umsatzrendite zwischen drei und fünf Prozent bei Erlösen zwischen 55 und 59 ⁠Milliarden Euro. Noch ⁠im Juli hatten sich die Ingolstädter eine Rendite zwischen fünf und sieben Prozent sowie Erlöse zwischen 58 und 63 Milliarden Euro zugetraut.

In den ersten neun Monaten sank ‌der Umsatz um gut sechs Milliarden Euro auf 42 ​Milliarden Euro. Der ‌Betriebsgewinn verringerte sich auf 1,15 Milliarden Euro von 1,56 Milliarden Euro vor Jahresfrist, die Rendite sank um einen halben Prozentpunkt auf 2,7 Prozent. »Die Kennzahlen zeigen deutlich: Der Handlungsbedarf bei Audi ist groß und duldet keinen Aufschub«, sagte Rittersberger.

Die ‌Ingolstädter leiden derzeit zum einen unter dem drastischen Nachfragerückgang in China, zum anderen unter den Zöllen von US-Präsident Donald Trump. Sein Unternehmen habe für die ‌USA deutlich größere Ambitionen, betonte Rittersberger. »Die ​USA sind der zweitgrößte Premium-Automarkt der ‌Welt, dieses Potenzial schöpfen wir im Moment nicht voll aus.« ‌

Der Bau ​der Anlage im US-Bundesstaat Georgia sei keine Entscheidung gegen Deutschland, betonte er. Trump hatte das Werk am ​Samstag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Georgia ⁠angekündigt, Audi-Chef Gernot Döllner stand mit ​ihm auf ​der Bühne und sieht sich seitdem heftiger Kritik ausgesetzt.

mik/Reuters

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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