Der umstrittene Auftritt des Audi-Chefs Gernot Döllner an der Seite von US-Präsident Donald Trump wird nun wohl Thema im Aufsichtsrat des Autobauers. Nach SPIEGEL-Informationen kommt das Gremium am frühen Freitagnachmittag in Ingolstadt zu einer Sondersitzung zusammen. Zuvor hatte die »Augsburger Allgemeine« berichtet. Döllners Auftritt mit Trump werde Thema der Sitzung sein, zitierte die Zeitung aus Unternehmenskreisen.

Döllner war am Samstag bei einer Wahlkampfveranstaltung der regierenden Republikaner im US-Bundesstaat Georgia aufgetreten und hatte Investitionen in Höhe von 4,2 Milliarden Dollar angekündigt. Demnach will die VW-Tochter in Georgia ihr erstes Werk in den USA bauen. 4500 Arbeitsplätze sollen entstehen.

Seither steht er in der Kritik von verschiedenen Seiten, sogar sein Rücktritt wurde bereits gefordert. Der Vorwurf: Döllner habe sich von Trump für dessen Wahlkampf für die Zwischenwahlen Anfang November einspannen lassen. Audi hat eigentlich interne Richtlinien, die Auftritte im Wahlkampf kurz vor Wahlen verbieten.

In einem internen Schreiben an die Mitarbeiter erklärte Döllner, er und Produktionsvorstand Gerd Walker seien nach Georgia gereist, um die Verhandlungen über ein geplantes Werk voranzubringen. Die Einladung, die Pläne gemeinsam mit Trump öffentlich vorzustellen, habe man ausschließlich im Interesse des Unternehmens angenommen. Zugleich betont Döllner, dass Audi die Wahrnehmung des Auftritts als politisches Signal ernst nehme.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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