Nvidias zweitschnellste Grafikkarte für Spieler, die Anfang 2025 erschienene RTX 5080, ist derzeit kaum noch unter 2000 Euro erhältlich. Ihr Preis hat damit in den letzten beiden Wochen um über 30 Prozent zugelegt. Mitte Oktober gab es die ersten Gerüchte darüber, dass Nvidia die RTX 5090 – damals schon mit 6000 Euro extrem teuer – vom Markt nehmen könnte. Das hat offenbar die Nachfrage nach der noch halbwegs bezahlbaren 5080 angefeuert. Und das dürfte so weitergehen, denn die 5090 ist inzwischen schon bei 8000 Euro angelangt.
Dass Nvidia die RTX 5090 nicht mehr hergestellt werden soll hat Nvidia kurz nach den ersten Berichten dementiert – aber nicht ganz eindeutig. So sagte zuerst Nvidia-Vize Jeff Fisher der taiwanischen Webseite 4Gamers, die Karte werde „weiterhin ausgeliefert“ werde. Nvidia Deutschland wiederholte diese Formulierung gegenüber dem Hardwareentwickler und YouTuber Roman „der8auer“ Hartung. Dass die Grafikkarten auch weiterhin hergestellt werden, geht aus diesen Stellungnahmen nicht hervor. Verfügbar sind sie zum Zeitpunkt dieser Meldung noch bei vielen namhaften Händlern im deutschsprachigen Raum, aber eben sehr teuer. Die letzte UVP von Nvidia liegt bei 2099 Euro, wurde aber auch schon vor der Speicherkrise kaum erreicht.
Aus vielen Quellen gab es im Oktober auch Gerüchte, dass eine neue Version der RTX 5080 mit 24 statt bisher 16 GByte RAM für Spieler als Nvidias schnellte Grafikkarte angeboten werden soll, wenn denn die 5090 wirklich eingestellt wird. Ein solches Modell war schon 2025 in Planung, damals wurde noch der bei Nvidia oft genutzte „Super“-Refresh der GPUs mit leicht erweiterten Rechenwerken und mehr Takt zur Mitte des Produktlebenszyklus damit verbunden. Von einer neuen GPU für die 5080 ist nun aber schon lange nicht mehr die Rede, zuletzt hieß es, die neue 5080 solle im Januar 2027 mit der bisherigen GB203-GPU, aber 24 GByte GDDR7 vorgestellt werden. Über viele Jahre nutzte Nvidia die Anfang Januar in Las Vegas stattfindende Messe CES für die Ankündigung von neuen Spiele-Grafikkarten.
RTX 5080 mit 24 GByte wohl noch nicht ab Januar
Daraus könnte diesmal nichts werden. Wie die gewöhnlich gut informierte taiwanische Webseite Benchlife erfahren haben will, haben die Grafikkartenhersteller die Designunterlagen von Nvidia für die neue 5080 bisher nicht erhalten. Das soll für den Oktober geplant gewesen sein. In China, wo die meisten Grafikkarten hergestellt werden, soll darüber hinaus der gesamte bisherige Bestand der GB203-GPUs bereits verkauft sein. Das soll noch für ein bis zwei Monate reichen – was also die Verfügbarkeit einer neuen GPU für die 5080 im Januar erforderlich machen würde.
Der Grund für die Knappheit bei allen High-End-Grafikkarten ist der anhaltende KI-Boom. Nvidia nutzt dieselben GPUs auch für seine Workstation-Grafikkarten mit viel mehr Speicher, die sich für lokale KI-Modelle gut eignen. So ist der GB202-GPU sowohl auf der RTX 5090 wie auf den RTX Pro 6000 (96 GByte), RTX Pro 5500 (84 GByte) und Pro 5000 (bis zui 72 GByte) zu finden. Auch deren Preise sind zuletzt regelrecht explodiert, sie sind nur noch ab rund 16.500 und 11.000 Euro zu haben. Selbst die kleinste RTX Pro 5000 mit 48 GByte ist derzeit erst ab 8000 Euro verfügbar. Die Spiele- wie die Pro-Grafikkarten benutzen zudem den knappen GDDR7-Speicher, wenn auch mit ECC bei den Workstations. Für Nvidia ist es damit viel lukrativer, die ohnhin begehrten GPUs mit höherer Marge nur auf den Workstation-Karten anzubieten.
(nie)
Source: Heise · Nico Ernst
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