Das US-amerikanische KI-Unternehmen Anthropic hat wenige Tage vor seinem geplanten Börsengang ein massives Umsatzplus gemeldet. Sein Quartalserlös sei von 1,4 Milliarden Dollar um 1100 Prozent auf 17 Milliarden Dollar gestiegen, wie aus bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Unterlagen hervorgeht. Im ersten Quartal des Jahres lag der Umsatz noch bei 2,5 Milliarden Dollar. In den ersten drei Quartalen konnte Anthropic insgesamt 33,2 Millionen Dollar Umsatz erzielen.

Allerdings schreibt die Firma insgesamt rote Zahlen. Der OpenAI-Rivale hat demnach seit Jahresbeginn Verluste von 104 Milliarden Dollar angehäuft. Im dritten Quartal sind es 23,3 Milliarden Dollar Verlust bei 17 Milliarden Dollar Umsatz. Die roten Zahlen gehen größtenteils auf eine bilanzielle Anpassung zurück. Der operative Verlust lag bei 567 Millionen Dollar.

Das Minus wird somit kleiner, auch wenn die Kosten für die Nutzung der IT-Infrastruktur – im Wesentlichen Rechenzentren – auch im dritten Quartal mit 77 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal stärker stiegen als die Umsätze. Auch geht aus den Unterlagen hervor, dass sich Anthropic verpflichtet hat, rund 895 Milliarden Dollar vorwiegend für den Aufbau von Rechenleistung aufzuwenden. Der Großteil dieser Ausgaben soll in den kommenden fünf Jahren anfallen.

Anthropic steuert auf einen Börsengang in den kommenden Wochen zu – und überholt damit den ChatGPT-Entwickler OpenAI, der für dieses Jahr keine Aktienplatzierung mehr plant.

Anthropic konkurriert mit seinem KI-Assistenten Claude neben ChatGPT auch mit Tech-Schwergewichten wie Google, Microsoft und dem Facebook-Konzern Meta. Zuletzt wurde die schon lange schwelende Sorge von Anlegern, ob die gewaltigen KI-Investitionen zurückverdient werden können, wieder etwas größer. Zudem gibt es nach eigenständigen Hacking-Attacken durch KI-Software eine verschärfte Debatte über Risiken der Technologie.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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