1. Android-Entwickler dürfen Fremdgehen: Google öffnet Studio für Claude, GPT usw.

Auf dem Android Dev Summit am 28. und 29. Oktober in Mountain View hat Google die neue Version Rabbit 2 des Android Studios vorgestellt, die offizielle Entwicklungsumgebung für das mobile Betriebssystem. Der Hersteller öffnet unter dem Stichwort Bring Your Own Agent die Nutzung für fremde Coding-Agenten wie Claude oder Codex.

Dafür bietet das neue Studio eine Schnittstelle unter dem Agent Context Protocol (ACP), über die sich alle KI-Gehilfen einbinden lassen, die ebenfalls ACP unterstützen. Das ist bei den meisten gängigen der Fall, im Blog nennt Google Claude, Codex, Junie oder Antigravity. Die Agenten haben Zugriff auf alle Tools wie den Emulator, das Build-System und Logcat. Außerdem können sie Android-Skills nutzen.

Screenshot vom Android Studio

Im neuen Android Studio Rabbit lassen sich Agenten wie Claude und Codex einbinden.

(Bild: Google)

Diese Skills lassen sich im neuen Studio laut Blog nun im Skill Manager leichter verwalten. Fertige Skills gibt es für die Migration von Legacy-XML-Ansichten zu Jetpack Compose, ein Upgrade auf AGP 9, die Implementierung adaptiver Layouts für faltbare Geräte oder die Integration von CameraX- und Firebase-Diensten.

Tests mit Agenten und Review von KI-Code

Auch die weiteren Neuerungen von Rabbit 2 erleichtern zumeist das agentische Coden. Agenten können zum Beispiel mit android profiler leakcanary LeakCanary nutzen, um Speicherlücken zu finden und gleich Ursachen sowie Patches anzubieten. Die Analyse findet auf dem Entwicklungsrechner und nicht dem Android-Gerät statt, was die Effizienz steigern und den Token-Verbrauch senken soll. Unterstützung durch Agenten erhalten Entwickler zudem beim Reviewen von Code, den andere Agenten geschrieben haben. Dazu dient in der CLI der Befehl /review. Dieser liefert nicht nur eine Analyse, sondern bereinigt die Probleme auf Wunsch.

Zudem führt Google neue Schnittstellen für die Entwicklung ein: Über das Model Context Protocol können Entwickler Funktionen ihrer App als Dienste für Agenten anbieten. Mit der Alphaversion von A2UI für Jetpack Compose lassen sich Antworten von KI-Agenten in UI-Elemente umwandeln. Und mit den APIs von ML Kit können Anwender Agenten mit Nano 4 auf mobilen Geräten laufen lassen.

Remote Control für die CLI

Auch für die Studio-Befehlszeile gibt es Updates: Externe Geräte lassen sich für Tests direkt ansprechen und mit Jetpack Compose ohne Emulator visualisieren, was mit Agenten bis zu dreimal weniger Tokens benötigen soll. Dazu dient der Befehlt android preview. Mit android profiler kann die CLI Traces verarbeiten und diese den Agenten zur Verfügung stellen. Und android signals eröffnet Zugriff auf Crash-Daten.

Außerdem kann die CLI als Plugin für Antigravity, Claude oder Codex dienen. Es stattet die Coding-Agenten mit Tools, Emulatoren und virtuellen Geräten aus. Live-UI-Layouts lassen sich prüfen, Journeys ausführen und Android-Skills einbinden. Außerdem steht die offizielle Wissensdatenbank bereit.

Modellauswahl mit Benchmark

Für die richtige Modellauswahl hat Google auf dem Dev Summit eine neue Version von Android Bench gezeigt. Sie vergleicht Leistung und Kosten verschiedener KI-Modelle. Google hat die Aufgaben des Benchmarks so konzipiert, dass ein Entwickler mehrere Tage für die Erledigung benötigen würde. Die Auswahl hilft Entwicklungsteams, Tokens zu sparen und Kosten zu optimieren.

Screenshot Benchmark

Android Bench 2 zeigt Leistung und Kosten verschiedener KI-Modelle.

Eine Reihe von Blog-Einträgen berichten über die Neuerungen. Am detailliertesten bei Adarsh Fernando.

(who)

Source: Heise · Wolf Hosbach

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