Das Unternehmen hinter Google und YouTube hatte für den Sommer ein schwächeres Wachstum gemeldet als von Analysten erwartet. Der Bericht verstärkte die Sorgen, ob sich die enormen Investitionen in Technologien der künstlichen Intelligenz überhaupt auszahlen werden.

Alphabet steigerte den Quartalsumsatz im Jahresvergleich um rund 25 Prozent auf 127,6 Milliarden Dollar (114,4 Milliarden Euro) und verfehlte damit knapp die Erwartungen der Analysten. Unter dem Strich sank der Gewinn aber um rund ein Viertel auf knapp 26,2 Milliarden Dollar. Die Gewinnentwicklung bei Alphabet hängt inzwischen allerdings stark von Schwankungen bei der Bewertung von Investitionen etwa in die Weltraumfirma SpaceX ab.

Nach einem regelrechten Ansturm auf den Bau von Rechenzentren und deren Ausstattung mit KI-Chips belasten diese Sorgen nun die gesamte KI-Branche. Einerseits sind die Bedenken groß, dass die KI-Revolution möglicherweise nicht so viel Gewinn und Produktivität bringen wird wie erhofft. Andererseits stehen die künftigen Ausgaben für Rechenzentren unter Druck, da es mittlerweile teuer geworden ist, Geld für den Kauf weiterer Chips zu leihen.

Der S&P 500 fiel um 0,3 Prozent und steuerte auf seinen ersten Verlust seit vier Tagen zu, während der Nasdaq Composite um 1,2 Prozent einbrach. Die meisten übrigen Aktien an der Wall Street legten jedoch zu und der Dow Jones Industrial Average verlor um gegen Nachmittag deutscher Zeit lediglich 0,2 % bzw. 104 Punkte. Wäre nicht der Kursrückgang von Alphabet gewesen, hätte der S&P 500 an diesem Tag ein Plus verzeichnet.

Weniger lukrative KI-Suche

Die Werbeerlöse rund um die Google-Suche – eine zentrale Geldquelle des Konzerns – wuchsen im Jahresvergleich um rund zwölf Prozent auf 63,35 Milliarden Dollar. Das lag unter den Erwartungen der Analysten, die im Schnitt eher mit rund 65 Milliarden Dollar gerechnet hatten.

Google-Manager Philipp Schindler sagte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, die Zahl der Suchanfragen wachse so schnell wie seit fünf Jahren nicht mehr. Doch die Werbeslots im KI-Modus sind für den Konzern derzeit noch weniger lukrativ als im klassischen Suchmaschinen-Umfeld.

Der Umsatz mit Clouddiensten, auf den die Börse traditionell stark achtet, wurde mit 30,7 Milliarden Dollar etwas mehr als verdoppelt. Das lag über den Markterwartungen. Google entwickelt eigene KI-Modelle unter dem Namen Gemini – und stellt seine Server auch anderen Unternehmen für Clouddienste zur Verfügung.

Wie auch andere Technologie-Riesen steckt Alphabet Dutzende Milliarden Dollar in den Ausbau der Infrastruktur für künstliche Intelligenz. Im vergangenen Quartal stiegen die Kapitalinvestitionen auf gut 51 Milliarden Dollar von knapp 45 Milliarden Dollar in den drei Monaten davor. Vor drei Monaten schockierte Alphabet die Anleger mit der Anhebung der Spanne für Infrastruktur-Ausgaben in diesem Jahr auf 195 bis 205 Milliarden Dollar.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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