Rechtspopulisten Petry, Strache 2016: Irritationen im Bundesvorstand Rechtspopulisten Petry, Strache 2016: Irritationen im Bundesvorstand

Rechtspopulisten Petry, Strache 2016: Irritationen im Bundesvorstand

Foto: Marius Becker / dpa

Die mehr als 421.000 von Hackern veröffentlichten E-Mails aus dem Inneren der AfD bieten auch tiefe Einblicke in die Beziehungen der Partei nach Österreich. Sie zeigen, wie zaghaft die Annäherung der einstigen »Professorenpartei« an die FPÖ erfolgte: So sorgte ein Treffen der damaligen Parteichefin Frauke Petry mit FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache im Jahr 2016 für Irritationen im AfD-Bundesvorstand. Petry hätte sich den Termin vorab absegnen lassen sollen, hieß es von Kritikern.

»Talking Points«

Wenig später zog sich Petry zurück – und die damalige Abgeordnete Alice Weidel erhoffte sich offenbar von FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky Unterstützung. Per E-Mail schickte sie »Talking Points« für ein anstehendes Referat von Vilimsky. Der sollte einerseits die »Wichtigkeit von gerade intellektuellen, brillanten und jüngeren Abgeordneten mit klaren Kompetenzprofilen in relevanten Politikfeldern« betonen, schrieb Weidel, andererseits die »Schädlichkeit von Leuten mit Fundamentaloppositionsansätzen, die als Abgeordnete nur als Hinterbänkler oder zu nichts taugen, und nicht einmal teamfähig sind und letztlich den politischen Betrieb aufhalten«.

Im August 2017 erlitten die Beziehungen von Weidel zur FPÖ allerdings einen Dämpfer. Von einer gemeinsamen Pressekonferenz am Brenner, dem Grenzübergang zwischen Österreich und Italien, hielt die FPÖ offenbar gar nichts. »Die Brenner-Thematik will die FPÖ selbst beackern und möchte nicht, dass wir da was machen« wurde Weidel von einem ihrer Berater mitgeteilt. »Wenigstens waren sie ehrlich«, antwortete die heutige AfD-Chefin.

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Die E-Mails legen aber nicht nur die politischen Beziehungen zwischen den beiden Parteien offen. Sie zeigen auch, dass sich das Umfeld der FPÖ offenbar lukrative Aufträge durch den Aufstieg der AfD erwartete. So finden sich in den E-Mails immer wieder Angebote von Werbeagenturen, die mit ihrer langjährigen Tätigkeit für die FPÖ warben. Darunter beispielsweise das Unternehmen »Signs«, das gern mit der AfD Nordrhein-Westfalen gearbeitet hätte.

Die Agentur war im Jahr 2005 unter dem Namen »Ideenschmiede« vom heutigen FPÖ-Chef Herbert Kickl mitgegründet worden. 2012 wurden bei einer Hausdurchsuchung Treuhandverträge zwischen Kickl und dem offiziellen Firmenchef Thomas Sila entdeckt. Kickl beteuerte mehrfach, er habe diese Verträge schon nach wenigen Wochen mündlich gekündigt.

FPÖ-Chef Kickl, AfD-Vorsitzende Weidel 2023 in Wien

FPÖ-Chef Kickl, AfD-Vorsitzende Weidel 2023 in Wien

Foto: Eva Manhart / APA / picturedesk.com / picture alliance

Auch in einem parlamentarischen U-Ausschuss bestritt Kickl 2024, von Geschäften der »Ideenschmiede« profitiert zu haben. Die ÖVP zeigte ihn wegen des Verdachts auf Falschaussage an, bis heute wird dazu ermittelt.

Podcast-Folge zu Bombenjahre in Südtirol

In der Podcast-Serie von »Inside Austria« über Südtirol geht es diese Woche in Folge zwei um die sogenannten Bombenjahre, die Zeit zwischen den späten Fünfzigerjahren bis 1988.

Südtirol blieb nach dem Zweiten Weltkrieg zwar bei Italien, allerdings mit dem Versprechen einer Autonomie. Die Umsetzung war für die deutsch- und ladinischsprachige Bevölkerung Südtirols mehr als enttäuschend. Während auf der politischen Bühne um bessere Lösungen gerungen wird, setzte eine Gruppe Bomben ein. Hunderte Strommasten, aber auch faschistische Monumente wurden gesprengt – und es sterben auch Menschen.

Für die einen sind die Attentäter bis heute Helden, für andere Terroristen. Wer waren diese Männer? Und welche Rolle spielten sie für die heutige Autonomie wirklich? Hier geht es zur neuen Folge.

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Source: Der Spiegel · Fabian Schmid

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