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Unbekannte veröffentlichen Daten AfD bestätigt Hackerangriff auf E-Mail-Konten

Stand: 20.10.2026 • 18:38 Uhr

Unbekannte haben einen Hackerangriff auf Mail-Konten der AfD verübt und laut eigenen Angaben Daten daraus veröffentlicht. Die AfD bestätigte einen Angriff auf Postfächer, die aber überwiegend nicht mehr genutzt würden.

Bei einem Hackerangriff sind nach AfD-Angaben mutmaßlich Daten aus E-Mail-Konten der Partei erbeutet worden.

"Im September 2026 kam es zu einem Hackerangriff auf einen Hosting-Dienstleister unserer Partei, bei dem offenbar Teile einiger weniger Mail-Postfächer - von denen die meisten seit Jahren nicht mehr genutzt waren - widerrechtlich kopiert wurden", teilte die AfD auf Anfrage mit. Zuvor hatte die Bild-Zeitung berichtet. Aktuelle E-Mail-Postfächer des AfD-Bundesverbands seien nicht betroffen gewesen.

Unbekannte veröffentlichten im Internet Daten, bei denen es sich nach eigenen Angaben um rund 421.000 AfD-E-Mails handeln soll. Ob diese authentisch sind oder nicht, ist unklar. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik teilte mit, dass es in Kontakt mit der AfD stehe.

Anonyme Seite mit Sitz in den USA

Im Internet kursiert der Link zu einer Webseite, auf der eine Übersicht der mutmaßlichen AfD-Mails dargestellt sein soll. Die anonyme Seite wurde erst Mitte Oktober registriert und gibt als Sitz Wyoming in the USA an. Sie gibt keine Auskunft über die Herkunft der Daten und veröffentlicht keine Mailinhalte. Diese liegen angeblich auf einem weiteren Download-Server.

Die Unbekannten behaupten, dass es sich um Daten aus zehn Postfächern handele, darunter ein Account auf den Namen des früheren AfD-Parteichefs Alexander Gauland sowie ein Konto, das von der AfD früher als Kontakt für die Bundesgeschäftsstelle genannt wurde. Absender der Mails sind laut Bild unter anderem die AfD-Politiker Alice Weidel und Leif-Erik Holm.

Angeblich Ausweisfotos und Kontoauszüge erbeutet

Laut Bild-Zeitung sind in den Mails unter anderem ein Foto vom Personalausweis des AfD-Vize-Fraktionschefs im Bundestag, Markus Frohnmaier, enthalten. Außerdem Fotos weiterer Ausweise, Rechnungen, Kontoauszüge, Zeugnisse sowie Mitgliedsanträge und Mitgliederlisten von AfD-Kreisverbänden in NRW.

Die AfD erklärte, der Angriff sei rasch erkannt und beendet worden. Alle Nutzer seien entsprechend informiert worden. "Die jetzt erfolgte Onlineveröffentlichung vermutlich eines Teils dieser Daten wird geprüft", hieß es weiter. Eine erste Einschätzung dazu könne erst nach Abschluss dieser Prüfung gegeben werden.

Am späten Nachmittag teilte die Partei mit, ein solcher digitaler Angriff sei illegal und strafrechtlich relevant. "Wir sehen es mit großer Sorge, dass allem Anschein nach mit einer sehr rudimentären KI die Inhalte der gestohlenen Dokumente analysiert wurden. Dabei ging es um Schlagworte, nicht um den Kontext." Die bislang veröffentlichten vermeintlichen Skandale hielten einer inhaltlichen Überprüfung nicht stand.

Zuvor hatte es aus Parteikreisen geheißen, die im Internet veröffentlichten Inhalte seien anscheinend authentisch, wenngleich in den offenbar mittels KI erstellten Zusammenfassungen einiges durcheinandergebracht worden sei.

Auch zur AfD gehörendes Unternehmen betroffen

Betroffen von dem Hackerangriff sei offenbar das zur AfD gehörende Unternehmen Alternita, so die AfD. Unter anderem hätten die Hacker Zugriff auf Mails der Landesverbände Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern gehabt. Es gehe dem Anschein nach um Postfächer, die schon älter seien, wenn auch die Mails an sich mitunter relativ aktuell seien.

Den Angaben zufolge funktionierten vor einigen Wochen bestimmte AfD-Mailpostfächer nicht. Die Bundesgeschäftsstelle habe damals erklärt, es gebe einen Angriff, die Postfächer seien daher abgeschaltet worden.

Parteien immer wieder im Fokus von Hackern

Cyberangriffe auf Parteien und staatliche Stellen sind nichts Neues. Erst vor wenigen Tagen brachen Hacker in das E-Mail-Konto der Heilbronner CDU ein und verschickten von dort Tausende Phishing-Nachrichten. Die Bundes-CDU wurde im Mai 2024 Ziel einer großen Cyberattacke. Vorsichtshalber wurde die IT-Infrastruktur damals teilweise vom Netz genommen. Die Ermittlungen übernahm später der Generalbundesanwalt, da man von Spionage ausging.

Bereits Ende 2022/Anfang 2023 waren E-Mail-Konten in der SPD-Parteizentrale Ziel eines Angriffs gewesen. Diesen ordneten die Sicherheitsbehörden später einer vom russischen Militärgeheimdienst GRU gesteuerten Gruppierung zu.

Source: Tagesschau · tagesschau.de

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