Adafruit hat mit dem Metro ESP32-P4 Hydra ein neues Entwicklungsboard vorgestellt, das auf dem ESP32-P4 von Espressif basiert. Die Platine kombiniert einen Dual-Core-RISC-V-Prozessor mit Kamera- und Display-Anschlüssen, diversen Schnittstellen und einem zusätzlichen ESP32-C6 für die drahtlose Kommunikation. Mit Abmessungen von 72,3 x 53,3 mm orientiert sich das Board am Arduino-Uno-Format.

Im Mittelpunkt steht der ESP32-P4 mit zwei 32-Bit-RISC-V-Kernen, die mit bis zu 360 MHz takten. Hinzu kommt ein separater Low-Power-Kern mit 40 MHz. Der Chip verfügt über 768 KByte SRAM und weitere 32 KByte Low-Power-SRAM. Adafruit ergänzt die Ausstattung um 16 MByte PSRAM und 16 MByte Flash-Speicher.

Anschlüsse für Displays und Kameras

Eine Besonderheit sind die beiden MIPI-Anschlüsse für Displays (DSI) und Kameras (CSI). Beide verwenden 22-polige Steckverbinder mit jeweils zwei Datenleitungen. Dadurch lassen sich unter anderem das Raspberry Pi Touch Display 2 mit 5 oder 7 Zoll sowie Kameramodule mit OV5647-Sensor anschließen. Neuere Raspberry-Pi-Kameras mit IMX708-Sensor werden dagegen nicht unterstützt.

Da der ESP32-P4 selbst keine Funkeinheit besitzt, übernimmt ein zusätzlicher ESP32-C6 die drahtlose Kommunikation. Dieser ist über SDIO angebunden und unterstützt Wi-Fi 6 im 2,4-GHz-Band sowie Bluetooth 5.3 LE, Zigbee und Thread. Allerdings weist Adafruit darauf hin, dass für die Nutzung einiger Funkstandards zusätzliche Firmware erforderlich sein kann.

Für Erweiterungen stehen die vom Arduino Uno bekannten Pinleisten mit digitalen und analogen Anschlüssen bereit. Unterstützt werden unter anderem SPI, I2C, I3C, UART, PWM und CAN/TWAI. Zusätzlich gibt es einen STEMMA-QT-Anschluss, über den sich kompatible Sensoren und Module ohne Löten anschließen lassen. Die GPIOs arbeiten ausschließlich mit 3,3-Volt-Logik.

Verschiedene Anwendungsmöglichkeiten

Zur weiteren Ausstattung gehören ein microSD-Kartenslot, USB-C für Stromversorgung und Programmierung sowie ein USB-A-Anschluss mit USB 2.0 High-Speed (480 MBit/s). Letzterer kann als Host betrieben werden und verfügt über eine schaltbare Stromversorgung. Das Board lässt sich wahlweise über USB-C, ein Netzteil mit 7 bis 12 Volt oder einen einzelligen LiPo-Akku versorgen. Eine Ladeschaltung ist bereits integriert.

Für Maker ergeben sich damit verschiedene Anwendungsmöglichkeiten. Denkbar sind beispielsweise selbst gebaute Smart-Home-Bedienpanels mit Touchscreen, Kameraprojekte mit lokaler Bildverarbeitung oder Datenlogger mit grafischer Oberfläche. Auch für Robotikprojekte könnte die Kombination aus Kameraanschluss, zahlreichen GPIOs und Funkkommunikation interessant sein.

Das Metro ESP32-P4 Hydra ist bereits im Adafruit-Shop für 34,95 US-Dollar erhältlich.

Wer mehr im UNO-Formfaktor sucht, kann sich unseren Test zum Arduino UNO Q anschauen.

(das)

Source: Heise · Daniel Schwabe

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