An einem bundesweiten Aktionstag haben Menschen an mehreren Flughäfen gegen Abschiebungen und Abschiebehaft demonstriert. In Leipzig schätzte die Polizei die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf rund 400, in Frankfurt am Main auf rund 300 und in Berlin-Brandenburg auf rund 150. An den Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf sprach die Polizei von jeweils rund 50 Demonstrantinnen und Demonstranten. Das Aktionsbündnis ging von höheren Zahlen aus.

Die Proteste richteten sich gegen Abschiebungen abgelehnter Asylsuchender, Abschiebehaft und den Ausbau von Infrastrukturen für diesen Zweck. Auch in München und Hannover waren Proteste angekündigt worden. In Leipzig ging es auch um Charter-Abschiebungen nach Afghanistan.

»Wir fordern einen sofortigen Abschiebestopp, weil Schutzsuchende ein Recht auf Asyl haben«, sagte eine Sprecherin des Aktionsbündnisses der Deutsche Presse-Agentur zufolge. Dass ausgerechnet die deutsche Regierung dieses Recht mit Füßen trete und zudem bei den Abschiebungen mit den Taliban zusammenarbeite, sei fürchterlich.

Bereits mehrere Abschiebeflüge nach Afghanistan

Vom Flughafen Leipzig/Halle aus sind in diesem Jahr bereits mehrfach Abschiebeflüge nach Afghanistan gestartet. Nach Behördenangaben befanden sich an Bord zumeist Straftäter.

In Frankfurt am Main richten sich die Proteste laut dem Netzwerk »We'll come united«, das gemeinsam mit regionalen Akteuren zu den Protesten aufgerufen hatte, auch gegen ein geplantes »Abschiebeterminal«.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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