Alice Schwarzer gründete 1977 »Emma«. Unter ihrer streitbaren Führung prägte das Magazin feministische Diskurse – oft gegen heftigen Widerstand, auch von anderen Frauen. Deutsche Mediengeschichte in Bildern.

21.10.2026, 13.15 Uhr

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Das Cover der ersten »Emma«‚-Ausgabe vom Februar 1977, auf dem auch die Gründerin und Herausgeberin Alice Schwarzer zu sehen ist. In diesem ersten Heft erschien auch Schwarzers Aufsatz über »Männerjustiz«. Das Konzept des feministischen Publikumsmagazins ging auf: Für die erste Ausgabe wurden 200.000 Exemplare gedruckt, weitere100.000 mussten nachgedruckt werden.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieser Bildunterschrift hieß es, auf dem Cover sei Romy Schneider neben Alice Schwarzer zu sehen, die Angabe war jedoch falsch.

Foto:

EMMA / picture alliance / dpa

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Publizistein Schwarzer im Jahr 1979, zwei Jahre nach der »Emma«-Gründung.

Foto: Wiemann / Keystone

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Alice Schwarzer und die Schauspielerin Inge Meysel im Juli 1978 vor dem Hamburger Landgericht im Prozess gegen den »Stern«. Schwarzer und Meysel warfen dem Magazin vor, Frauen auf seinem Cover als bloßes Sex-Objekt zu zeigen. Das Landgericht wies die Klage ab, trotzdem löste Schwarzer damit eine breite Diskussion über Sexismus in der Presse aus.

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Sammlung Richter / picture alliance

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Alice Schwarzer kämpfte unermüdlich für das, was sie für die richtige Sache hielt: Hier bei einer Kundgebung auf dem Katholikentag von 1986 für die Abschaffung des Abtreibungsparagrafen 218.

Foto: Dirk Hoppe / epd

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1987 startete »Emma« die vielbeachtete »PorNO«-Kampagne, mit dem Ziel, Pornografie als Verstoß gegen die Menschenwürde zu ahnden. In der Pornografie, argumentierte die Redaktion, gehe es immer »um die Verknüpfung von sexueller Lust mit Erniedrigung und Gewalt«. Das Magazin ergriff damit Stellung in einem Konflikt, der den Feminismus bis heute spaltet: Ist Pornografiekritik ein Kampf gegen sexualisierte Herrschaft? Oder eine prüde Bevormundung von ermächtigender Sexualität?

Foto: imago stock&people

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Im Mai1994 stürmen maskierte Frauen in die fast leeren Redaktionsräume der »Emma« und verwüsten sie. Die Täterinnen, die sich später als »FRAUEN LESBEN GRUPPEN AUS KÖLN + ANDERSWO« bezeichneten, werfen dem Magazin Rassismus, Euthanasiebefürwortung und Holocaustrelativierung vor. »Die sahen aus wie wir«, sagt eine entgeisterte »Emma«-Layouterin nach der Tat.

Foto: Roland Scheidemann / dpa / picture alliance

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Herausgeberin Schwarzer im November 2000 mit der damaligen CDU-Vorsitzenden Angela Merkel. Schwarzer begleitete und beobachtete Merkel schon seit ihrem Einstieg in die Politik als Familienministerin 1991.

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2006 in Berlin: Die »Emma«-Redaktion feiert zusammen mit Anke Engelke das 30-jährige Bestehen der Zeitschrift.

Foto: Reiner Zensen / IMAGO

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Journalistin Schwarzer als Zuhörerin im Kachelmann-Prozess 2010. Schwarzer ergreift früh und entschieden Position im Vergewaltigungsprozess gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann. Ihre Prozess-Berichte polarisieren, eine spätere »Emma«-Glosse, in der sie Kachelmann nach dessen Freispruch implizit einen »Vergewaltiger« nennt, wird gerichtlich untersagt.

Foto: babiradpicture / Getty Images

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Schwarzer und Sahra Wagenknecht auf einer Demonstration gegen die militärische Unterstützung der Ukraine. Zuvor war Schwarzer heftig in die Kritik geraten, nachdem sich ein in »Emma« veröffentlichtes »Manifest für den Frieden« gegen schwere Waffenlieferungen ausgesprochen hatte.

Foto: CHRISTIAN MANG / REUTERS

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»Also gestattet: Jetzt sind wir ermattet.« Am 21. Oktober 2026 gibt Alice Schwarzer bekannt: »Emma« wird nach knapp 50 Jahren eingestellt, die letzte Ausgabe wird im Dezember diesen Jahres erscheinen.

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Oliver Berg / dpa / picture alliance

mbo

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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