Zweimal Olympiagold, ein Weltcupsieg und viele Hochs und Tiefs: Ein Rückblick auf Michelle Gisins Karriere.

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Vor wenigen Jahren war die Familie Gisin im Weltcup noch dreifach vertreten. Nun ist mit Michelle Gisin auch das dritte Geschwister nach Dominique und Marc zurückgetreten. Die 32-Jährige zollte ihrem schweren Trainingssturz im Dezember in Corviglia Tribut.

Zwar liess Gisin nichts unversucht, setzte alles auf die Reha und arbeitete hart am Comeback. Doch die Verletzungen – Kreuz- und Innenbandriss, Blessuren am Handgelenk, schwere Verletzung an der Halswirbelsäule – waren selbst für die Kämpferin letztlich zu viel.

Wie Michelle Gisin die letzten Monate erlebt hat, aber auch einen Rückblick auf ihre eindrückliche Karriere sehen Sie am Sonntag ab 18 Uhr auf SRF zwei. Dann nämlich ist die Skirennfahrerin im «Sportpanorama» zu Gast.

Semmering als Erfolgsort

Es ist das unglückliche Ende einer Skikarriere, welche fast 18 Jahre angedauert hat. Bereits mit 15 Jahren bestritt die Engelbergerin ihre ersten Rennen auf FIS-Stufe, das erste Weltcuprennen absolvierte Gisin im Dezember 2012 beim Slalom in Semmering.

Semmering war auch der Ort, in welchem Gisin ihren einzigen Einzel-Weltcupsieg feiern konnte. 2020 war sie im Nacht-Slalom die Schnellste und liess dabei unter anderem Mikaela Shiffrin hinter sich. Es war der Sieg in einer Saison, in welcher sie sich längst nicht mehr nur auf den Slalom konzentrierte, sondern auch in den Speed-Disziplinen unterwegs war.

Vielseitig unterwegs

Zu Gisins grössten Stärken gehörten ihre Vielseitigkeit und ihre Ausdauer. Beides nötig, um im Weltcup in allen vier Disziplinen anzutreten. Doch die 32-Jährige trat nicht nur an, sie fuhr auch in allen Disziplinen auf das Podest. 21 Podestplätze aus 291 Weltcupstarts stehen am Ende ihrer Karriere nun zu Buche. Jahrelang war die Engelbergerin eine feste Stütze im Swiss-Ski-Team, mit der bei jedem Rennen zu rechnen war.

Die Präsenz sowohl in den technischen wie in den schnellen Disziplinen sorgte bei Gisin auch für die grössten Erfolge ihrer Karriere. In der Alpinen Kombination, die während ihrer Karriere nach und nach aus dem Weltcup verschwand, fuhr sie 2018 in Pyeongchang und 2022 in Peking zu Olympiagold. Zu diesen beiden Errungenschaften an den Winterspielen gesellt sich Bronze im Super-G 2022.

An Weltmeisterschaften hat es für die Allrounderin nicht ganz zu einem Titel gereicht. Zweimal gab’s zumindest Edelmetall: Silber bei der Heim-WM 2017 in St. Moritz, Bronze in Cortina d’Ampezzo 2021, beides in der Alpinen Kombination.

Familie als Stütze

In ihren Interviews gab sich Gisin stets authentisch und liess ihre fröhliche Art durchblicken. Auch in schwierigeren Zeiten ihrer Karriere blieb sie ehrlich und gab zu, auf den Ski manchmal auch Angst zu haben. Dies kam nicht von ungefähr. Durch ihre enge Beziehung zu ihren Geschwistern erlebte sie sowohl bei Dominique als auch bei Marc hautnah mit, wie sich Stürze auswirken können. Die Familie war es, die ihr bei Rückschlägen immer beistand.

Trotz der Angst schreckte Gisin nie vor neuen Aufgaben zurück, probierte immer Neues, um besser zu werden. Sie hinterfragte sich selbst, traute sich einiges zu und richtete sich, wenn nötig, neu aus – zuletzt wollte sie vom Slalom Abschied nehmen, um sich auf die Speed-Disziplinen zu konzentrieren.

Auch ihr Rücktrittsentscheid passt zur zweifachen Olympiasiegerin. Sie schuftete hart, um auf die Ski zurückzukehren. Ein Abschied von der Physio-Liege aus kam für Gisin nicht in Frage. Sie wollte auf dem Schnee selbst entscheiden, ob es noch einmal auf höchstem Niveau weitergeht. Das hat sie nun getan – und sich für den Abschied entschieden.

srf.ch/sport, Web-only-Livestream, 03.11.2026 11:00 Uhr ;  sam

Source: SRF · 03.11.2026, 11:10

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