Breel Embolo äussert sich vor seiner Rückkehr ins Nationalteam kritisch zu seiner Ausbootung im September.

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Legende: Trotz Reintegration: Vorwürfe an den Verband Breel Embolo. Imago/DeFodi

Nati-Stürmer Breel Embolo hat nach eigenen Aussagen kein Verständnis dafür, dass er wegen der Covid-Zertifikats-Affäre für die letzten Nations-League-Spiele nicht aufgeboten wurde. Er habe das Gefühl, «mein Verbot, im September zum Team zu reisen, sei gewissermassen eine Kollektivstrafe», sagte der 29-Jährige in einem Interview mit der Schweiz am Wochenende.

Embolo sagte, die Umstände seines Vergehens seien «seit mehreren Jahren» bekannt gewesen. Neu sei einzig gewesen, dass sein Strafbefehl publik geworden sei. Der 92-fache Internationale war 2025 wegen mehrfacher Anstiftung zu Urkundenfälschung verurteilt worden, weil er 2021 für sich und eine Bekannte ein gefälschtes Covid-Reisezertifikat erwarb.

Embolo ist der Ansicht, sein Fall unterscheide sich von jenem von Granit Xhaka, der gestanden hatte, eine gefälschte Impfbestätigung gekauft zu haben. «Ich bin geimpft. Dreimal. Also ist es ein ganz anderer Fall als bei Granit», sagte er. «Da waren der SFV und ich nicht auf einem gemeinsamen Nenner.»

Teile des Verbandes «nicht loyal»

Der bei Atlanta in der Major League Soccer engagierte Stürmer äusserte sich auch anderweitig kritisch zum Umfeld des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV). Es gebe «Leute, die Dinge leaken. Die nicht loyal sind zu dir und zu deiner Mannschaft.» Er bezog sich auf einen Medienbericht während der WM, in dem Xhaka als «Tyrann» dargestellt worden sei. «Aber Granit ist kein Tyrann. Er will schlicht immer gewinnen.»

Namen nannte Embolo nicht, betonte aber: «Mit Muri (Nati-Coach Murat Yakin), mit (Nati-Direktor Pierluigi) Tami und der Mannschaft habe ich kein Problem.» Gleichzeitig forderte er: «Langfristig muss der SFV ein paar Dinge klären. Egal ob es mich betrifft oder andere Spieler. Das ist für mich die wichtigste Message.»

Für die November-Spiele wird Embolo in den Kreis der Nati zurückkehren. Er sei in dieser Frage allerdings «bis vor Kurzem bei 50/50» gewesen. «Ich habe nun aber entschieden, dabei zu sein.»

Entschuldigung, aber kein Schuldgefühl

Embolo warf in dem Interview auch einen Blick zurück auf den WM-Viertelfinal gegen Argentinien, in dem er in einem umstrittenen Entscheid vom Platz gestellt worden war. «Wäre die Rote Karte nicht gewesen, dann hätten wir wahrscheinlich den Halbfinal erreicht. Das ist es, was schmerzt.» In der Kabine habe er sich beim Team entschuldigt. «Ich habe geweint. Es ging mir wirklich nicht gut.» Gleichzeitig betonte er, dass er sich nicht schuldig fühle.

Radio SRF 3, Bulletin, 27.10.2026, 16:30 Uhr ;  srf/boe

Source: SRF · 31.10.2026, 11:00

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