Nach dem Olympia-Coup wollen die Schweizer Eishockey-Frauen auch an der WM in Dänemark um die Medaillen mitspielen.

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Am Freitag starten die Schweizerinnen mit der schwerstmöglichen Aufgabe in die WM: dem Duell gegen Weltmeister und Olympiasieger USA. Zwei Tage später wartet mit Tschechien die Weltnummer 3, gegen die die Schweizerinnen nur zwei der letzten dreizehn Begegnungen gewinnen konnten. Besonders schmerzhaft war das 0:7 im Viertelfinal der letztjährigen WM, das die Medaillenhoffnungen jäh beendete.

Nach dem Auftaktwochenende dürften deshalb die Nachbarduelle mit Aufsteiger Österreich, das erstmals auf höchster Stufe an einer WM vertreten ist, und Deutschland entscheidend werden. Zwei Siege sind Pflicht, wollen die Schweizerinnen mindestens Gruppendritte werden und so im Viertelfinal Rekordweltmeister Kanada aus dem Weg gehen. Die Aussichten, erneut um eine Medaille mitzuspielen, würden damit deutlich steigen.

14-jährige Durststrecke beenden

Die Ausgangslage ist eine andere als noch vor einem Jahr. Im Februar gewannen die Schweizerinnen an den Olympischen Spielen in Mailand überraschend Bronze und stiessen in der Weltrangliste auf Platz 4 vor. Entsprechend sind auch die Erwartungen gestiegen. «Ich glaube, jeder Sportler, der an einen grossen Anlass geht, will eine Medaille holen. Wenn du das nicht willst, musst du gar nicht erst hingehen», sagte Torhüterin Andrea Brändli jüngst im «Sportpanorama».

Die bislang einzige Schweizer WM-Medaille liegt allerdings bereits 14 Jahre zurück. 2012 holten die Schweizerinnen in Burlington Bronze. Seither scheiterten sie mehrfach im Spiel um Platz 3, bei den letzten beiden Weltmeisterschaften war bereits im Viertelfinal Schluss.

Für Shannon Miller ist es die erste WM als Schweizer Nationaltrainerin. Die Kanadierin trat nach den Olympischen Spielen die Nachfolge von Colin Muller an. Nach einem vielversprechenden Einstand mit Siegen gegen Finnland und Schweden taten sich die Schweizerinnen zuletzt schwer. Von den folgenden sieben Partien gewannen sie nur noch eine und erzielten dabei lediglich sechs Tore.

Eine wichtige Stütze fehlt

Ein schwerer Rückschlag ist der Ausfall von Captain Lara Stalder. Die 32-jährige Stürmerin, mit 217 Länderspielen die erfahrenste Schweizerin, fällt wegen einer Knieverletzung aus. «Es war für uns alle nicht ganz einfach», sagte Alessia Baechler. Die 21-Jährige, die bereits vor ihrer 5. WM steht, weiss: «Lara hat eine tragende Rolle im Team. Wir versuchen es, so gut wie möglich abzufedern.»

Von den 23 Spielerinnen, die im Februar Olympia-Bronze gewannen, stehen noch 14 im WM-Aufgebot. Die 25-köpfige Equipe ist eine Mischung aus jungen Talenten und international erfahrenen Kräften. Neun von ihnen sind in Nordamerika engagiert, vier davon in der Professional Women's Hockey League (PWHL), der besten Frauenliga der Welt.

Torhüterinnen (3): Andrea Brändli (PWHL Detroit/USA), Saskia Maurer (SC Bern/PWHL Las Vegas/USA), Chiara Pfosi (EV Zug).

Verteidigerinnen (8): Alessia Baechler (Northeastern University/USA), Mara Frey (EV Zug), Nina Harju (EV Zug), Laure Mériguet (Genève-Servette HC), Alena Lynn Rossel (HC Davos Ladies), Lucie Tenenbaum (Minnesota State University/USA), Nicole Vallario (PWHL New York/USA), Stefanie Wetli (ZSC Lions)

Stürmerinnen (14): Leoni Balzer (HC Davos Ladies), Elisa Dalessi (HC Davos Ladies), Rahel Enzler (EV Zug), Nora Harju (ZSC Lions), Naemi Herzig (Holy Cross University/USA), Sinja Leemann (SC Bern), Ilana Leibundgut (HC Davos Ladies), Jael Manetsch (EV Zug), Alina Marti (EV Zug), Alina Müller (PWHL Hamilton/CAN), Norina Müller (HC Fribourg-Gottéron Ladies), Luisa Waser (EV Zug), Ivana Wey (Northeastern University/USA), Laura Zimmermann (St. Cloud University/USA).

Mit Andrea Brändli und Saskia Maurer verfügt die Schweiz über zwei Weltklasse-Torhüterinnen. Dazu kommen mit Alina Müller eine der weltbesten Stürmerinnen sowie Verteidigerin Nicole Vallario. Fünf weitere Spielerinnen sind im US-College-Eishockey engagiert.

Viertelfinalplatz nicht mehr garantiert

Eine Neuerung gibt es beim Turniermodus. Erstmals spielen die fünf bestklassierten Nationen nicht mehr gemeinsam in einer Gruppe, sondern werden wie die übrigen Teams anhand der Weltrangliste auf die beiden Gruppen verteilt. Nur noch die besten vier Teams jeder Gruppe erreichen die Viertelfinals.

Eishockey-WM Frauen

SRF zwei, Sportlive, 05.11.26, 17:15 Uhr ;  sda/twu

Source: SRF · 05.11.2026, 19:19

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