Weil das Internet ihn mit Mao Zedong vergleicht: Chinesische Firmen lösen Werbeverträge mit Kylian Mbappé auf

Das chinesische Fernsehen zeigt keine Werbung mit Kylian Mbappé mehr. Der Fussballer hatte in einem Podcast gesagt, er lache über ein Meme, das ihn mit einem «chinesischen Diktator» vergleiche.

27.10.2026, 15.20 Uhr

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Kylian Mbappé ist in China äusserst beliebt und war – zumindest bis dato – auf Flaschen in den Supermärkten zu sehen.

Kylian Mbappé ist in China äusserst beliebt und war – zumindest bis dato – auf Flaschen in den Supermärkten zu sehen.

Tingshu Wang / REUTERS

(dpa) Mehrere Grossunternehmen in China haben mit sofortiger Wirkung die Zusammenarbeit mit dem französischen Fussballstar Kylian Mbappé beendet. Die Firmen gaben in ihren Mitteilungen an, keine Toleranz für ein Verhalten zu haben, das die Gefühle des chinesischen Volkes verletze. Nähere Angaben, wie sich Mbappé falsch verhalten haben soll, machten die Unternehmen nicht.

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Zu den Sponsoren, die die Kooperation mit Mbappé aufgekündigt haben, gehört ein Sportgetränkehersteller aus Shenzhen und der in China bekannte Milchprodukte-Konzern Mengniu aus der Mongolei. Mbappés Gesicht war auf den Etiketten der Getränkeflaschen abgebildet.

Wenig später kündigte auch die einflussreiche Social-Media-Plattform Xiaohongshu – quasi das chinesische Instagram – ihre Kooperationen mit Mbappé. Chinas Staatsfernsehen zeigt keine Werbung mehr mit dem Stürmer des spanischen Rekordmeisters Real Madrid.

Was hat Mbappé getan?

Stunden nach den Ankündigungen meldete sich der Superstar auf der Online-Plattform X zu Wort: «Kürzlich habe ich während eines Interviews auf ein Foto von mir selbst reagiert», heisst es in der schriftlichen Mitteilung. Seine Bemerkung sei «taktlos» gewesen, und er verstehe, die Menschen in China damit verletzt zu haben, erklärte er. «Ich entschuldige mich bei jedem, den meine Worte verärgert haben», hiess es weiter.

Auf welches Bild oder Interview er sich bezog, liess Mbappé offen. Auch chinesische Medien erläuterten die Entscheidung der Unternehmen zunächst nicht und verwiesen lediglich auf Interviewaussagen des 27-Jährigen. Das chinesische Sportnachrichten-Portal Dongqiudi erklärte in einer Stellungnahme, Mbappés Äusserungen nicht übersetzen zu können, da sie China und das chinesische Volk verletzten.

🚨 Kylian Mbappé: "My favorite Mbappé meme?

The one where they put my face on a Chinese dictator (Mao Zedong).

That really makes me laugh, I use it with my friends all the time." pic.twitter.com/oKmH8xksLy

— Madrid Zone (@theMadridZone) October 26, 2026

Online kursierten zuvor Aussagen des Stürmers aus dem Interview eines Podcasts. Darin wurde er nach seinem Lieblings-Meme mit ihm selbst gefragt. Als Antwort nannte Mbappé ein Meme mit einem «Typen», von dem er glaube, dass es ein «chinesischer Diktator» gewesen sei, auf dem sein Gesicht montiert sei. Das bringe ihn am meisten zum Lachen, sagte der Weltmeister von 2018.

Thema in China zensiert

Tatsächlich kursieren online etwaige Memes mit Mbappés Gesicht, die ursprünglich auf ein Bild des chinesischen Revolutionsführers Mao Zedong zurückgehen. Mao geniesst als Mitbegründer der Volksrepublik hohes Ansehen in China. Kritische Inhalte zu Chinas politischen Führungspersönlichkeiten werden in der Volksrepublik online in der Regel scharf zensiert – so auch in diesem Fall.

Internetnutzer hätten deshalb versucht, die Kontroverse anders zu erklären, schrieb die Expertin für chinesische soziale Netzwerke, Manya Koetse, auf der Online-Plattform X. Sie zitierte einen Beitrag, der auf die chinesischen Geldscheine verwies, um den Hintergrund zu verstehen. Chinesische Banknoten tragen das Konterfei Maos.

Kritik aus Peking – Entschuldigung aus Spanien

Chinas Aussenministeriumssprecher Guo Jiakun betonte, Worte und Taten, die die Gefühle des chinesischen Volkes verletzten, würden selbstverständlich auf gemeinsamen Widerstand aus allen Teilen der chinesischen Gesellschaft stossen.

Mao Zedong geniesst in China grosses Ansehen. Ein Polizist bewacht ein Mao-Porträt am Tiananmen-Platz in Peking.

Mao Zedong geniesst in China grosses Ansehen. Ein Polizist bewacht ein Mao-Porträt am Tiananmen-Platz in Peking.

Jessica Lee / EPA

Spaniens Fussballliga bat bei den Fans in China für die Worte Mbappés um Entschuldigung. Die Äusserungen stellten nicht die Position der Liga dar, teilte La Liga auf Weibo, Chinas Pendant zur Online-Plattform X, mit. Spaniens Fussball habe China und die Chinesen stets zutiefst respektiert, hiess es darin weiter.

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Source: Neue Zürcher Zeitung

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