Wegen tiefen Seepegels: Weinmesse Expovina muss vom Schiff aufs Land ausweichen
Bis sich der Wasserstand erholt hat, dürften Monate vergehen. Das hat auch für andere Betriebe am Zürichsee Folgen.
28.10.2026, 16.00 Uhr
3 Leseminuten
An der Expovina kann nur ein Teil der Anbieter in den Zürichseeschiffen ausstellen.
PD
Die Zürcher Weinmesse Expovina, die am Donnerstag beginnt, findet dieses Jahr in ungewohntem Rahmen statt. Normalerweise präsentieren sich die Aussteller in Schiffen der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG). Nun müssen einige Anbieter in ein 1000 Quadratmeter grosses Zelt am Schanzengraben ausweichen, gleich beim Hotel Baur au Lac und dem Kongresshaus.
Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen
NZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.
Bitte passen Sie die Einstellungen an.
Grund dafür ist das Niedrigwasser im Zürichsee. Wie SRF berichtet, stehen vier der grossen Schiffe am Bürkliplatz in der Stadt Zürich nicht zur Verfügung. Die ZSG braucht die grossen Schiffe selbst, um ihre Rundfahrten anbieten zu können. Die kleinen Schiffe kann die ZSG momentan nicht einsetzen, weil der Einstieg für die Passagiere zu weit unten ist.
Ohne Alternative an Land hätten über ein Drittel der rund 220 Aussteller keinen Platz gefunden. «Das wäre für die Expovina der absolute Super-GAU gewesen», wird der Messe-CEO Pascal Schlittler zitiert. Das Zelt sei nun aber eine gute Lösung.
Pegel liegt 70 Zentimeter unter dem Normalwert
Der Pegel des Zürichsees ist trotz den Regenfällen der vergangenen Tage immer noch sehr tief. Er liegt fast 70 Zentimeter unter dem Normalwert. Das Niedrigwasser hat auch Auswirkungen auf andere saisonale Angebote am See. Etwa auf die Sauna des Seebads Enge ein paar hundert Meter weiter stadtauswärts – sie musste schliessen.
Die Sauna befindet sich auf einer schwimmenden Plattform. Darunter sind die Fäkalientanks angebracht. Für diese sei wegen des Niedrigwassers zu wenig Platz, sagte Immobilien Stadt Zürich zu «20 Minuten».
Von der Schliessung betroffen ist auch das dazugehörige Bistro. Für eine allfällige Wiederöffnung müsste der Seepegel erst nachhaltig steigen.
Am anderen Ende des Zürichsees, auf der Insel Ufnau, musste das Restaurant die Saison zwei Wochen früher als geplant beenden. Die Kursschiffe konnten die Insel aufgrund des tiefen Wasserstandes nicht mehr anfahren. Zugänglich war sie nur noch für Personen mit eigenen Booten, weshalb die Zahl der Gäste einbrach.
Fähre Horgen–Meilen kann keine Lastwagen transportieren
Weiterhin Einschränkungen gibt es für die Fähre Horgen–Meilen. Der Betrieb läuft zwar nach Fahrplan. Doch tiefergelegte Fahrzeuge, Reisecars oder Lastwagen können nicht befördert werden. Zum einen, weil die Rampe zur Fähre sehr steil ist und Fahrzeuge mit geringer Bodenfreiheit beim Übergang aufsetzen. Zum anderen sinkt die Fähre beim Verladen eines schweren Lastwagens am Kontaktpunkt zum Land um bis zu einen halben Meter weiter in den See ein.
Bis sich der Pegelstand des Zürichsees erholt, werden wohl noch Monate vergehen. Selbst beständiger Regen hilft nur bedingt, wie der Hydrologieexperte Thomas Posch zur NZZ sagte. Langsamen Regen nehmen zuerst die Böden auf, in die Gewässer gelangt wenig. Schneller, intensiver Regen hingegen könne dem Seepegel guttun. Weil die Böden dann nicht in der Lage wären, so viel Wasser aufzunehmen, flösse mehr in den See ab.
In den nächsten Tagen ist aber nicht einmal leichter Regen zu erwarten. Es dürfte trocken bleiben – wie schon so oft in diesem Jahr.
Passend zum Artikel
Source: Neue Zürcher Zeitung · Isabel Heusser
At a glance
- Topic
- World
- Country
- 🇨🇭 CH
- Publisher language
- DE
- Added to Allnira