Wahlen in Frankreich 2027 Linksaussen-Kandidat Mélenchon: «Alles muss sich ändern!»

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  • Jemand, der von den Protesten in den vergangenen Wochen in Frankreich profitieren will, ist Jean-Luc Mélenchon.
  • Er ist der Gründer der Linksaussen-Partei La France Insoumise (LFI).
  • Nun hat Mélenchon seine Kampagne gestartet und das Wahlprogramm für die Präsidentschaftswahl 2027 vorgestellt.

Fast 20'000 Menschen sind am Samstag zusammengekommen, um Jean-Luc Mélenchon zu feiern und zu hören, wie er als Präsident die Zukunft Frankreichs gestalten möchte. Und Mélenchon möchte viel umgestalten: «Es gibt nur eine vernünftige und passende Lösung: Alles muss sich ändern!», so der 75-Jährige.

Einschätzung von SRF-Frankreich-Korrespondentin Mirjam Mathis:

So sehr Jean-Luc Mélenchon von den Menschen hier als Hoffnungsträger gefeiert wird, so sehr löst er bei Unternehmern, Investoren und Vermögenden Sorgen aus. Denn der linksradikale Politiker verspricht einen tiefgreifenden Umbau des Wirtschaftssystems.

Mit höheren Steuern für Unternehmen und reiche Privatpersonen sollen 106 Milliarden Euro zusätzliche Staatseinnahmen generiert werden, mit denen der Ausbau des Sozialstaats finanziert werden soll. Ob sich diese Summe tatsächlich eintreiben lässt, wird von vielen Ökonomen bezweifelt.

Es ist deshalb fraglich, ob Mélenchons Rechnung aufgeht oder ob seine Pläne das ohnehin schon hohe Staatsdefizit und die Verschuldung Frankreichs weiter erhöhen würden.

Der Präsidentschaftskandidat der Partei La France Insoumise will die Sechste Republik einführen. Einen solchen Systemwechsel wünschen sich viele seiner Anhängerinnen und Anhänger, denn aus ihrer Sicht läuft in Frankreich einiges grundlegend schief.

Ein politischer Neuanfang?

Viele kommen finanziell nicht mehr über die Runden. «Die einzige Antwort auf unsere heutige Regierung ist, Mélenchon zu wählen», sagt etwa Fatma Cherkaoui, Angestellte eines Pharmalabors.

Das Volk wird seit viel zu langer Zeit nicht mehr angehört.

Tonregisseurin Cécile Pompeani beklagt die Allmacht des Präsidenten. Die Idee, die Verfassung zu ändern, überzeuge sie, denn: «Das Volk wird seit viel zu langer Zeit nicht mehr angehört.»

Mélenchons Partei setzt sich für soziale Anliegen ein.

Für Verkäufer Thibault Lefèvre ist es eine Chance auf einen politischen Neuanfang. «Mélenchons Partei setzt sich für soziale Anliegen ein», sagt Lefèvre weiter – etwas, das Präsident Emmanuel Macron seit Jahren nicht getan und das es in Frankreich schon lange nicht mehr gegeben habe.

Starker Sozialstaat unter Mélenchon?

Soziale Gerechtigkeit und ein starker Sozialstaat stehen im Zentrum von Mélenchons Präsidentschaftskandidatur.

Legende: Der Spitzenkandidat der Linksaussen-Partei La France Insoumise: Jean-Luc Mélenchon. Keystone/Teresa Suarez

Er zählt auf: «Man müsste sofort die Preise deckeln, den Mindestlohn erhöhen, die Löhne an die Inflation koppeln und den Zugang zu lebenswichtigen Gütern und Dienstleistungen wieder sicherstellen.»

Tagesschau, 07.11.2026, 19:30 Uhr ;  srf/busr;stol

Source: SRF · 08.11.2026, 08:02

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