Vergiftung wegen Trockenheit Dutzende Pferde sterben im Jura wegen giftiger Ahornsamen
Im Jura sterben ungewöhnlich viele Pferde an einer oft tödlichen Vergiftung – auch wegen der Trockenheit.
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Die atypische Myopathie, auch Weidemyopathie genannt, ist eine oft tödliche Krankheit bei Pferden und verwandten Arten. Verursacht wird sie durch einen Giftstoff, der in den Früchten des Bergahorns vorkommt, diesen kleinen geflügelten Samen, die beim Fallen herumwirbeln.
Im Kanton Jura und im Berner Jura haben jetzt einige Zuchtbetriebe mehrere Tiere verloren. «Derzeit zählen wir 26 tote Pferde im Kanton Jura und im Berner Jura. 14 weitere werden in Kliniken behandelt», sagt Mario Gandolfo, Züchter in Fregiécourt (JU), gegenüber dem Westschweizer Fernsehen RTS. Er berichtete auch von einem Fall in Freiburg und zwei in Luzern, alle drei mit tödlichem Ausgang. Gandolfo weiss zudem von weiteren Fällen anderswo in der Westschweiz.
Pferde in den Stall bringen
«Die Leute müssen die Pferde unbedingt von den Weiden holen und in den Stall bringen», sagt Mario Gandolfo, der zusammen mit anderen Züchtern eine Gruppe initiiert hat, um die Fälle und Todesfälle zu erfassen und die Eigentümer zu warnen.
Von einem «Albtraum» spricht Audrey Steulet-Geiser. Von ihrer Herde in Cortébert im Berner Jura sind von 36 Pferden bereits zehn gestorben, die anderen sind in der Klinik. Es habe in der Vergangenheit einzelne Fälle gegeben, sagt Steulet-Geiser. «Aber dieses Jahr trifft uns eine riesige Welle. Darauf waren wir nicht vorbereitet.»
Perdezüchterin Steulet Geiser über den Schock der letzten Tage:
Die Symptome seien beeindruckend, sagt der Tierarzt Stéphane Montavon gegenüber RTS. «Es tritt plötzlich auf, oft innerhalb von 12 bis 24 Stunden. Die Inkubationszeit ist besonders kurz. Das erste Symptom, das man bemerkt, ist sehr dunkler Urin, tee- oder colafarben.» Dann folgten eine allgemeine Muskelschwäche, Steifheit, Zittern. «Die Pferde sind in einem Zustand der Verzweiflung und legen sich schliesslich mit erhöhter Herzfrequenz und Atembeschwerden auf die Flanke.»
In 75 bis 90 Prozent der Fälle verlaufe die Weidemyopathie tödlich.
Die Krankheit, die die Muskeln betrifft, ist seit Langem bekannt, doch nicht jedes Jahr tritt sie so heftig auf. Wegen der Trockenheit und des Futtermangels sind die Herden dieses Jahr länger auf den Weiden geblieben. Und die heftigen Winde der letzten Tage haben die Ahornsamen weit verstreut.
Die Krankheit hat auch wirtschaftliche Folgen: Die daraus resultierenden Verluste werden derzeit nicht von den kantonalen Seuchenkassen übernommen, da es sich um eine nicht ansteckende Vergiftung handelt.
RTS 19h30, 3.11.2026, 19:30 Uhr ; RTS; asch; SDA;weds
Source: SRF · 05.11.2026, 14:14
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