Turbulenzen an der US-Börse Wochenbilanz – Wie stark Google, Intel und Co. abtauchen

Nach Geschäftszahlen brechen Aktienkurse ein. Mit der KI geraten Geschäftsmodelle ins Wanken. Die Bilanz zur Woche.

31.10.2026, 09:00

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Horrende Investitionen: Hintergrund der Turbulenzen an der Börse sind die enormen Investitionen in die künstliche Intelligenz und die damit verbundenen Unsicherheiten. Anlegerinnen und Investoren machen sich zunehmend Sorgen. Nicht nur über die Dimension, sondern auch über die Auswirkung auf die verschiedenen Geschäftsmodelle. Allein die vier US-Techgiganten Google, Amazon, Meta und Microsoft investieren im laufenden Jahr 740 Milliarden Dollar in den Ausbau der künstlichen Intelligenz, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg vorrechnet.

Braucht es Google noch? Nun stellen sich Fragen: Braucht es Google noch, wenn immer mehr Suchanfragen über die Modelle der künstlichen Intelligenz laufen? Schafft sich das Unternehmen nicht selbst Konkurrenz? Zumindest wird zum ersten Mal seit 30 Jahren die Dominanz der Google-Suchmaschine infrage gestellt. Die meisten Suchanfragen auf dem Smartphone und auf dem PC laufen über die in den 1990er-Jahren lancierte Suchmaschine. Google hat einen Marktanteil von mehr als 90 Prozent. Doch jetzt gibt es Konkurrenz – und die steht erst am Anfang. Die Menschen suchen die Information immer mehr bei einem Anbieter der künstlichen Intelligenz, sei es ChatGPT, Claude, Perplexity, Copilot und Gemini. Dies bedeutet, dass die Suchmaschine von Google weniger häufig angeklickt wird.

Aktie bricht ein: Der Aktienkurs von Alphabet, der Muttergesellschaft von Google, ist am Donnerstag um satte 13 Prozent eingebrochen. Damit ist der Buchwert des Unternehmens um mehr als 500 Milliarden Dollar geschrumpft. Die Quartalszahlen zeigen, dass die Werbeeinnahmen rund um die Suchmaschine weniger stark gewachsen sind als erwartet. Dies wird als Hinweis gewertet, dass sich mit der Suchmaschine künftig weniger Geld verdienen lässt als auch schon.

Bisher riesige Gewinne: Der Taucher an der Börse ist zwar massiv und kommt in der Heftigkeit überraschend, dennoch kann man die Bewegung auch etwas relativieren. Alphabet gehört zumindest bisher zu den erfolgreichsten Firmen der Welt. In den ersten neun Monaten machte das Unternehmen einen Gewinn von unvorstellbaren 200 Milliarden Dollar, doppelt so viel wie im Vorjahr, wie die neuen Zahlen zeigen. Der Erfolg der Vergangenheit ist allerdings kein Garant für die Zukunft.

Intel bricht ein: In den Sog der Turbulenzen ist auch Intel geraten. Die Aktie hat am Freitag zu Handelsbeginn 30 Prozent verloren. Intel ist eine Firma, die mit ihren Produkten in vielen Schweizer Haushalten und Firmen präsent ist. Das Unternehmen macht Speicherchips für Computer und Laptops. Nun zeigt sich, dass die PC-Verkäufe rückläufig sind. Zum einen investieren die Firmen derzeit lieber ihr Geld in KI-Modelle, als die bestehenden Computer zu ersetzen. Zum anderen sind PCs aufgrund der hohen Preise von Computerchips teurer geworden und das drückt auf die Nachfrage.

Amazon mit Geldabfluss: Unter Druck geriet diese Woche an der Börse auch Amazon. Die Aktie hat nach der Publikation der Quartalszahlen mehr als sechs Prozent verloren. Amazon präsentierte einen deutlich negativen Cashflow, das heisst, es gibt im Unternehmen einen Mittelabfluss. Die hohen Investitionen in KI fressen die Gewinne weg. Dennoch hält Amazon an den astronomischen Ausgaben von 220 Milliarden Dollar für KI im laufenden Jahr fest. Noch ist offen, ob die hohen Ausgaben gerechtfertigt sind.

Wirtschaft, 30.10.2026, 7:40 Uhr;liea

Source: SRF · Manuel Rentsch

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