Tötungsdelikt in Tuggen Mutmasslicher Täter soll Mitglied von Neonazi-Netzwerk sein

Bei einem Streit nach einem Konzert in der Schwyzer Gemeinde Tuggen stirbt ein 27-jähriger Deutscher. Die Hintergründe.

26.10.2026, 20:11

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Harte Gitarrenriffs und eine Menschenmenge, die die Liedtexte der deutschen Band «Krawallbrüder» mitgrölt: Die Aufnahmen stammen von einem Konzert in Tuggen im Kanton Schwyz vor einer Woche.

Im Anschluss gab es eine Auseinandersetzung, bei der eine Person ums Leben kam. Laut dem «Sonntagsblick» handelt es sich um einen 27-jährigen Deutschen.

Schweizer in Untersuchungshaft

Der mutmassliche Täter soll seit Jahren bei «Blood and Honour» aktiv sein, wie der «Sonntagsblick» berichtet. Der 42-jährige Schweizer sitze mittlerweile in Untersuchungshaft.

Legende: «Blood and Honour» ist ein internationales Neonazi-Netzwerk, das vor etwa vierzig Jahren in Grossbritannien entstanden ist. Der Schweizer Ableger ist seit den 1990ern aktiv. Imago / Martin Fejer (Archiv)

Eskaliert sei der Streit an der Afterparty nach dem Konzert, sagt Christian Wyss, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft Schwyz: «Aufgrund der aktuellen Ermittlungen können wir bestätigen, dass es zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen fünf bis zehn Personen gekommen ist.» Mutmasslicher Auslöser: Mehrere der anwesenden Personen sollen den Hitler-Gruss gezeigt haben, so Wyss weiter.

Zurückhaltung in Gemeinde Tuggen

Zum tödlichen Streit kam es im Eventlokal «The Bandits» im Industriegebiet von Tuggen. Im Dorf herrscht Zurückhaltung. Vor der Kamera will niemand etwas sagen, wie SRF-Zentralschweiz-Korrespondentin Anna Hug berichtet: «Mehrere Leute haben mir gesagt, dass der Vorfall kein grosses Thema in Tuggen sei.»

Legende: Das Eventlokal «The Bandits» im Industriegebiet von Tuggen SRF

Mehrere Quellen hätten jedoch bestätigt, dass das Eventlokal ein beliebter Treffpunkt für Personen aus dem rechtsextremen Milieu sei.

Eventlokal: «Stehen für friedliches Miteinander»

Auf Anfrage von SRF News will vonseiten der Gemeinde niemand Stellung nehmen. Die Betreiber des Lokals bekunden in einer schriftlichen Mitteilung ihre Anteilnahme mit den Angehörigen des Opfers. Und sie betonen, dass man politisch neutral sei: «Wir distanzieren uns klar von beiden Seiten von Extremismus sowie von jeder Form von Gewalt. Wir stehen für ein friedliches, respektvolles und offenes Miteinander.»

Die genauen Umstände des mutmasslichen Tötungsdelikts werden noch untersucht. Vieles deutet allerdings darauf hin, dass die rechtsextreme Gewalt in der Schweiz eine neue Qualität erreicht hat.

Daniel Glaus, Extremismus-Experte von SRF: «Rassistische und rechtsextreme Gewalt ist eine Konstante in der Schweizer Geschichte. Doch eine mutmassliche Tötung, das ist von einer Qualität, die es seit Jahrzehnten nicht mehr gab. Bestätigen sich die Hinweise, so zeigt das einmal mehr, wie gefährlich, eben tödlich, die Mischung aus Hass-Ideologie und Gewaltbereitschaft sein kann.»

Schweiz aktuell, 26.10.2026, 19 Uhr; wilh

Source: SRF · Christoph Leisibach

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