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  • In Frankreich haben erneut Tausende junge Menschen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Probleme im Bildungsystem protestiert.
  • Behörden sprechen von 150'000 Teilnehmenden, Gewerkschaften und Studentenorganisationen von 250'000.
  • An den letzten Wochenenden beteiligten sich noch mehr Menschen an den Protesten — zwischen 320'000 und einer halben Million.
  • Die Demonstrationen an diesem Wochenende verliefen mehrheitlich friedlich. Nach den Kundgebungen gab es in mehreren Städten vereinzelt Ausschreitungen.

Dem Innenministerium zufolge waren die Versammlungen in grossen Städten wie Toulouse, Marseille, Lyon, Bordeaux oder Strassburg von Ausschreitungen und Zwischenfällen geprägt. In Paris verlief der Demonstrationszug ruhig, es kam aber am Abend zu Spannungen. Auf Bildern waren Tränengaswolken und Brände zu sehen.

Legende: Pariser Polizisten im nächtlichen Einsatz. Reuters/Stephanie Lecocq

«Wie erwartet waren die Demonstrationszüge weniger von den Gewerkschaftsorganisationen begleitet, und viele waren nicht angemeldet», hiess es aus dem Innenministerium. Bis 18.00 Uhr gab es demnach landesweit 232 Festnahmen. Ausserdem seien knapp 40'000 präventive Kontrollen, insbesondere an Bahnhöfen, durchgeführt worden. Der französische Innenminister Laurent Nuñez hatte zuvor wieder ein grosses Polizeiaufgebot von 70'000 Sicherheitskräften angekündigt, zudem gepanzerte Fahrzeuge und Wasserwerfer. Er gab an, hart gegen Randalierer und Plünderer vorzugehen.

Kundgebungen von Gelbwesten in Paris untersagt

Französischen Medienberichten zufolge wurden in Paris zwei Koordinatoren der Gelbwesten festgenommen. Eine Kundgebung der Bewegung am zentralen Place de la Concorde war zuvor nicht erlaubt worden. Dennoch hatten sich dort einige Menschen zusammengefunden, nachdem die Gelbwesten dazu aufgerufen hatten. Der Demonstrationszug der Gewerkschaften in der Hauptstadt wurde dagegen genehmigt.

Legende: Ihre Missmut hat sich noch nicht gelegt: Protestierende in der französischen Hauptstadt. Reuters/v

Am Dienstag sollen weitere Proteste stattfinden: Organisationen von Beschäftigten aus dem französischen Bildungsbereich riefen zu einem landesweiten Streik- und Demonstrationstag im Bildungswesen an den Hochschulen und in der Forschung auf. Die von der Regierung bislang vorgeschlagenen Massnahmen gegen Missstände, etwa mehr Personal, reichen aus ihrer Sicht nicht aus.

Sozialkonferenz am Montag

Auch Studierendenorganisationen wollen weiter Druck machen. Die jungen Menschen seien nach wie vor entschlossen und wütend, sagte die Generalsekretärin der Studierendenvereinigung Unef, Manon Moret.

In Reaktion auf die Massenproteste will sich Premierminister Sébastien Lecornu am Montag zu einer Sozialkonferenz mit Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbänden sowie zu Gesprächen mit Vertretern von Gymnasiasten und Studierenden treffen.

SRF 4 News, 08.11.2026, 8 Uhr ;  sda/dpa/spic

Source: SRF · 08.11.2026, 10:35

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