Softbank-Deal Rückschlag für ABB: China blockiert Verkauf der Robotik-Sparte

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  • Die chinesischen Behörden haben die Übernahme des China-Geschäfts von ABB Robotics untersagt.
  • Der Verkauf an den japanischen Technologiekonzern Softbank war mit 5.4 Milliarden US-Dollar bewertet.
  • ABB und Softbank befinden sich weiterhin in engem, konstruktivem Austausch zur Umsetzung der Transaktion.

Hintergrund der Blockade dürften übergeordnete sicherheits- und technologiepolitische Bedenken sein: In Industriekreisen wird befürchtet, dass sensible Prozess- und Produktionsdaten von Industrierobotern ins Ausland abfliessen und dort für das Training fortschrittlicher Modelle künstlicher Intelligenz (KI) genutzt werden könnten.

Transaktion im Wert von 5.4 Milliarden Dollar gefährdet

ABB hatte sich im Oktober 2025 mit dem japanischen Technologie- und Investmentkonzern Softbank auf den Verkauf der Division geeinigt. Die Vereinbarung sah einen beachtlichen Unternehmenswert von rund 5.4 Milliarden US-Dollar vor. Wie bei grenzüberschreitenden Grosstransaktionen üblich, steht das Geschäft jedoch unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen verschiedener Wettbewerbs- und Sicherheitsbehörden sowie weiterer marktüblicher Abschlussbedingungen.

Legende: ABB-Industrieroboter im Einsatz: Der geplante Verkauf der Sparte an Softbank stösst in China auf behördlichen Widerstand. REUTERS/Jason Lee

Trotz des regulatorischen Vetos aus Peking geben die beteiligten Parteien das Vorhaben nicht vorzeitig auf. ABB teilte mit, dass man mit Softbank in fortlaufendem, engem Kontakt stehe und weiterhin konstruktiv an der Transaktion arbeite. Unklar bleibt vorerst, ob eine Umstrukturierung des Deals – beispielsweise durch eine Ausklammerung des China-Geschäfts oder durch einen separaten Käufer für die dortigen Einheiten – eine gangbare Lösung bieten könnte.

Auswirkungen auf M&A-Pläne und Börsenstart

Der Entscheid aus Fernost wirft auch einen Schatten auf die strategischen Pläne von ABB. Der erwartete Verkaufserlös war von Analysten und Investoren als zentraler Baustein für die Finanzierung künftiger Zukäufe gewertet worden. Durch eine Verzögerung oder ein teilweises Scheitern des Milliardendeals könnte sich der kurzfristige finanzielle Handlungsspielraum des Konzerns für M&A-Aktivitäten spürbar verringern.

Die Börse reagierte gereizt: Im vorbörslichen Handel zeichneten sich für die ABB-Papiere Kursverluste ab. Damit setzt sich die volatile Phase der Aktie fort, die bereits zuletzt unter einer abkühlenden KI-Euphorie an den globalen Technologiemärkten gelitten hatte.

Einschätzung von SRF-Wirtschaftsredaktor Matthias Heim

Für ABB ist diese Ankündigung ganz klar ein Rückschlag. Nun ist offen, wie es mit dem geplanten Verkauf weitergeht. ABB konnte – oder wollte – heute früh dazu auf Nachfrage keine Angaben machen.

Ursprünglich hatte ABB zwei Optionen für seine Robotik-Sparte geprüft: Sie als eigenständige Firma zu führen – oder sie zu verkaufen. Dann, vor einem Jahr, hat ABB angekündigt, den Geschäftsbereich an den japanischen Technologiekonzern Softbank zu verkaufen: für gut 5 Milliarden Dollar. Nun steht der Verkauf auf der Kippe.

Die Robotik-Sparte ist für ABB ein wichtiger Geschäftsbereich, aber passte nicht mehr zur Strategie des Konzerns. ABB fokussiert sich vor allem auf Geschäftsbereiche rund um die Elektrifizierung. Kommt hinzu, dass die Robotik-Sparte vergleichsweise klein ist: ABB machte damit zuletzt einen Umsatz von gut 2.3 Milliarden Dollar; das entspricht rund 7 Prozent am gesamten Konzernumsatz.

Heute Morgen, 5.11.2026, 8:30 Uhr ;  agenturen/schh;weds

Source: SRF · 06.11.2026, 08:10

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