Schweizer Milchindustrie Cremo in der Krise – ein Problem für die ganze Milchbranche

Der zweitgrösste Schweizer Milchverarbeiter steckt tief in den roten Zahlen. Das hat Folgen für die ganze Branche.

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Der Freiburger Milchverarbeiter Cremo steckt in einer schwierigen Lage. Überproduktion, harter Wettbewerb und tiefe Margen bei Produkten wie Milchpulver oder Butter belasten das Geschäft seit Jahren. Dazu kamen Probleme wie Produktionsausfälle wegen veralteter Anlagen oder ein Grossbrand in einer Käserei.

In den vergangenen vier Jahren hat das Unternehmen insgesamt über 75 Millionen Franken Verlust geschrieben. Allein 2025 betrug das Defizit rund 17 Millionen Franken. Und dies, obwohl Cremo bereits zahlreiche Spar- und Restrukturierungsmassnahmen umgesetzt hat.

Legende: Dunkle Wolken am Himmel: Der Milchverarbeiter Cremo steckt tief in der Krise. KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Unrentable Standorte wurden geschlossen, Produktionsabläufe vereinfacht und Teile der Logistik ausgelagert. Doch die erhoffte Trendwende ist bisher ausgeblieben. Nun arbeitet das Unternehmen an einer neuen Strategie, die den Weg zurück in die Gewinnzone aufzeigen soll.

Schwergewicht der Schweizer Milchwirtschaft

Die Probleme von Cremo betreffen nicht nur das Unternehmen selbst. Als zweitgrösster Milchverarbeiter der Schweiz nach Emmi spielt Cremo eine zentrale Rolle im Schweizer Milchmarkt. Täglich verarbeitet das Unternehmen rund eine Million Liter Milch zu Produkten wie Trinkmilch, Rahm, Butter, Käse oder Milchpulver.

Legende: Unter der Krise bei Cremo leidet die ganze Milchbranche. (Symbolbild) KEYSTONE/Jean-Christophe Bott

Rund 1100 Milchproduzenten liefern ihre Milch an Cremo. Für sie ist das Unternehmen ein wichtiger Abnehmer. Besonders bedeutend sei die Rolle der Cremo bei der Verwertung überschüssiger Milch, sagt Hansjürg Jäger, Dozent für Agrarmärkte an der Berner Fachhochschule: «Dank seiner grossen Produktionsanlagen kann Cremo erhebliche Mengen Milch zu Butter oder Milchpulver verarbeiten.»

Cremo trägt wesentlich dazu bei, den Schweizer Milchmarkt im Gleichgewicht zu halten

Gerade wenn mehr Milch produziert wird, als der Markt unmittelbar aufnehmen kann, sei diese Möglichkeit entscheidend, so Jäger: «Cremo trägt damit wesentlich dazu bei, den Schweizer Milchmarkt im Gleichgewicht zu halten.»

Milchbauer bleibt trotz Krise optimistisch

Einer der grössten Milchlieferanten der Cremo ist Bruno Stirnimann aus Posieux bei Freiburg. Auf seinem Betrieb mit rund 380 Kühen produziert er täglich grosse Mengen Milch, die er an Cremo liefert.

Legende: Landwirt Bruno Stirnimann glaubt, dass Cremo einen Weg aus der Krise findet. SRF/Rolf Dietrich

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten seines Abnehmers verfolgt er aufmerksam. Denn für einen Betrieb seiner Grösse wäre es nicht einfach, kurzfristig einen anderen Milchverarbeiter zu finden. Trotzdem bleibt Stirnimann optimistisch: «Ich bin zuversichtlich, dass es Cremo gelingt, mit der neuen Strategie wieder auf einen wirtschaftlich erfolgreichen Kurs zu kommen.»

Eine Krise mit Folgen für die ganze Branche

Die Herausforderung für Cremo besteht nun darin, die Kosten dauerhaft zu senken und gleichzeitig die Erträge zu optimieren. Ob die neue Strategie, an der Cremo arbeitet, die erhoffte Wende bringt, bleibt offen.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 3.11.2026, 17:30 Uhr;kemo;ledn;liea ;  Rolf Dietrich

Source: SRF · 07.11.2026, 10:47

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