• Nach dem Angriff mit einer Schusswaffe in der polnischen Stadt Krakau sind im Haus des mutmasslichen Täters drei weitere Tote gefunden worden.
  • Im Zentrum Krakaus hat ein Mann zuvor Schüsse aus einem Auto abgegeben.
  • Sechs Menschen seien getötet und fünfzehn verletzt worden, teilten die Behörden mit. Unter den Verletzten seien zwei Polizisten.
  • Der mutmassliche Täter sei festgenommen worden. Auch er sei verletzt worden, wie der polnische Justizminister Waldemar Zurek auf X schreibt.
  • Es handelt sich um einen 25-jährigen polnischen Staatsbürger, wie die Polizei bekannt gab.

Zuvor war von fünf Toten und zehn Verletzten die Rede. Der Woiwode von Kleinpolen sagte nach Angaben der Agentur PAP, dass die Zahl der Opfer nun gestiegen sei. Im Sender Polsat News fügte er hinzu, dass sich zwölf der Verletzten in einem kritischen oder lebensgefährlichen Zustand befänden.

Ministerpräsident Donald Tusk erklärte am Abend, im Haus des mutmasslichen Täters seien drei Menschen tot aufgefunden worden. Dabei handele es sich wahrscheinlich um Familienmitglieder des Tatverdächtigen.

Bei den Toten handelte es sich nach Polizeiangaben um vier Frauen und zwei Männer. Unter den Verletzten sind zwei Polizisten.

Die Polizei dementierte Berichte über eine Fahndung nach einem möglichen zweiten Täter. Die Tat soll von dem Mann alleine verübt worden sein.

Täter soll wahllos auf Passanten geschossen haben

Das Nachrichtenportal Onet berichtete, der Schütze sei ein polnischer Bürger. Der Mann trug nach Angaben der Polizei eine Art Tarnkleidung und benutzte eine Langwaffe, wie sie auch beim Militär eingesetzt wird.

Nach Polizeiangaben verwendete der mutmassliche Täter eine Waffe, ähnlich eines Sturmgewehrs vom amerikanischen Typ AR‑15. Die Agentur PAP berichtete anhand von Fotos, dass die Waffe mit einer optischen Visierung zur präziseren Schussabgabe ausgestattet gewesen sei. Der Täter habe zudem eine Pistole bei sich geführt.

Viele weitere Waffen und Munition aus seinem Auto seien sichergestellt worden, sagte eine Polizeisprecherin.

Wie die Nachrichtenagentur PAP unter Berufung auf einen Fotoreporter berichtet, sei der mutmassliche Täter auf seiner Flucht an einer Kreuzung mit einem anderen Auto zusammengestossen. Er sei daraufhin aus seinem Fahrzeug gesprungen und habe auf die Einsatzkräfte geschossen. Diese hätten das Feuer erwidert und den Mann letztlich festgenommen. Dabei sei dieser verletzt worden.

Nicht verifizierte Videos auf Social Media zeigten flüchtende Personen, während Schüsse und Polizeisirenen zu hören waren. Andere Aufnahmen zeigten Menschen, die auf blutverschmierten Pflastersteinen lagen, während Passanten offensichtlich versuchten, sie wiederzubeleben.

«Radikale Ansichten»

Der mutmassliche Schütze soll nach ersten Erkenntnissen «sehr radikale Ansichten» vertreten haben. Das sagte der polnische Innenminister Marcin Kierwinski auf einer Pressekonferenz. Die Durchsuchung seines Wohnhauses dauere an.

Nach Schüssen: Ein Teil der Altstadt von Krakau ist abgesperrt

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Es gebe Anzeichen dafür, dass der Mann von rechtsextremistischen Ideologien fasziniert gewesen sei, auch wenn dies noch näher überprüft werden müsse.

Kierwinski sagte, unter den Verletzten seien fünf Ausländer. Von den beiden verletzten polnischen Polizisten sei einer in einem sehr kritischen Zustand. Der Beamte weise drei Schusswunden auf. Auch der Täter befinde sich in einem lebensgefährlichen Zustand und werde in einem Krakauer Krankenhaus behandelt. Er werde zum zweiten Mal operiert.

Tusk reist nach Krakau

Regierungschef Donald Tusk und der polnische Innenminister machten sich auf den Weg nach Krakau. Tusk teilte mit, dass er laufend über die Lage nach der «tragischen Schiesserei» informiert werde. «Die Polizei untersucht die Hintergründe und alle Umstände des Vorfalls», schrieb der liberalkonservative Politiker bei X.

Krakau ist mit mehr als 800'000 Einwohnern die zweitgrösste Stadt Polens. Sie gilt als beliebtes Ziel für Touristen aus aller Welt. Wichtige Sehenswürdigkeiten sind neben dem Grossen Ring das Schloss auf dem Wawelhügel und die Kathedrale. Die Universitätsstadt zählt zum Unesco-Welterbe.

Source: SRF · 07.11.2026, 16:29

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