Pilze: Das geheime Untergrundnetzwerk des Waldes
Endlich ist wieder Pilzsaison. Was da im Körbchen von Sammlern landet, sind nur die sichtbaren Fruchtkörper einer unterirdischen Lebensgemeinschaft von Pilz und Baum. Dahinter verbirgt sich das sogenannte «Wood Wide Web», ein Netzwerk, ohne das unser Planet kaum bewohnbar wäre. Ein virtueller Waldspaziergang.
21.10.2026, 14.49 Uhr
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Herbst ist die Zeit der Pilze. Eigentlich. Doch dieses Jahr wird die Geduld der Pilzsammler arg auf die Probe gestellt: Nach der Rekordtrockenheit im Sommer begann die Pilzsaison sehr zögerlich - im September sprachen Pilzfans in den einschlägigen Internet-Foren bereits vom schwächsten Saisonstart, den sie jemals erlebt hätten.
Seither fiel immerhin ein wenig Regen – und vielerorts schiessen Steinpilz, Eierschwämmli und Maronenröhrling doch noch aus dem Boden. Ein Waldspaziergang mit Körbchen könnte sich also mit etwas Glück und Gespür für gute Pilzstellen wieder lohnen
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An der Hutunterseite sollt ihr sie erkennen
Klassische Speisepilze haben einen Stiel mit Hut. An seiner Unterseite sitzt die sogenannte Fruchtschicht. Sie bildet millionenfach Sporen, das mikroskopisch kleine Pendant pflanzlicher Samen. Es gibt zwar auch Ausnahmen wie die zu den Schlauchpilzen gehörende Trüffel, aber die grosse Mehrheit der Waldpilze lässt sich anhand der Struktur dieser Fruchtschicht in drei Gruppen einteilen, die dem Sammler als erster Anhaltspunkt dienen:
Wer für die Pilzpfanne daheim sammelt, sollte sich allerdings wesentlich genauer mit den vielen Pilzen des Waldes auskennen. Denn darunter finden sich neben den hier gezeigten Speisepilzen auch hochgiftige Arten, die nicht immer einfach zu unterscheiden sind. Es gilt die Regel: Was man nicht hundertprozentig als essbar identifizieren kann, bleibt stehen - oder man bringt es zu einer der vielen Pilzkontrollstellen, wo Fachleute mit der Bestimmung und Bewertung der Funde helfen.
Ein bisschen Wasser, ein bisschen Wärme
Im Herbst brauchen Pilze ausreichend Feuchtigkeit und ein bisschen Wärme. Passen die Bedingungen, so können ihre Fruchtkörper scheinbar über Nacht aus dem Boden schiessen. Diese beeindruckende Vitalität hat viel mit dem geheimen Leben des eigentlichen Pilzes im Untergrund und mit dem «Wood Wide Web» des Waldes zu tun, in dem sich die meisten Pilze mit ihren Baumpartnern vernetzen – mehr dazu erfahren Sie in unserem virtuellen Waldspaziergang.
Dieser Artikel erschien erstmals am 16.10.2026 in der NZZ. Bei der vorliegenden Version handelt es sich um eine aktualisierte Fassung.
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Source: Neue Zürcher Zeitung · Georg Rüschemeyer, Ida Götz
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