- Bundespräsident Guy Parmelin und Chinas Präsident Xi Jinping haben in Peking das bilaterale Freihandelsabkommen erneuert.
- Unter anderem sollen damit Schweizer Unternehmen in China bessere Marktzugänge erhalten.
Mit diesem Schritt vertiefen die Schweiz und China ihre bilateralen Beziehungen in den Bereichen Handel und Wissenschaft, wie aus einer Mitteilung des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) hervorging.
Die Schweiz und China unterzeichneten mehrere Abkommen, darunter ein optimiertes Freihandelsabkommen und eine Vereinbarung zur Forschungszusammenarbeit. Erstmals beinhalte das chinesische Freihandelsabkommen ein rechtsverbindliches Kapitel zu Handel und nachhaltiger Entwicklung, schrieb das WBF.
Signal gegen wachsende Handelsbarrieren
Künftig sollen 99.8 Prozent der Schweizer Exporte zollfrei nach China gelangen können. Damit erhält die Schweiz einen Marktzugang, der für ein europäisches Land ungewöhnlich weit geht.
Das Abkommen steht im Kontrast zu den zunehmenden Handelsbeschränkungen der USA und der Europäischen Union. Für die Schweiz eröffne es neue Möglichkeiten, sagte Bernardino Regazzoni, ehemaliger Schweizer Botschafter in China.
Zugleich sei es für China ein wichtiges Signal: Das Land könne zeigen, dass es mitten in Europa einen Handelspartner gebe, der bereit sei, Hürden abzubauen.
Aus Sicht des chinesischen Präsidenten Xi Jinping spiegelt das weiterentwickelte Handelsabkommen zwischen beiden Ländern den politischen Mut und das Verantwortungsbewusstsein bei der Aufrechterhaltung einer offenen Zusammenarbeit wider. Xi sagte weiter, gemeinsam könnten die beiden Länder wertvolles Vertrauen und mehr Sicherheit in die wirtschaftlichen und handelspolitischen Beziehungen zwischen China und Europa sowie in die globale wirtschaftliche Entwicklung bringen.
Die Schweiz und China hatten die Einigung auf das erweiterte Abkommen im August bekannt gegeben. Das geschah rund ein Jahr, nachdem US-Präsident Donald Trump hohe Zölle auf Schweizer Waren eingeführt hatte.
Das neue Abkommen soll neben dem Warenhandel auch Schweizer Investitionen in China erleichtern. Zudem werden die Bestimmungen zu Umweltfragen und Arbeitsrechten ausgebaut.
Verhandlungen dauerten fünf Runden
Die Verhandlungen über die Modernisierung des bestehenden Freihandelsabkommens von 2014 begannen im September 2024. Nach fünf Verhandlungsrunden schlossen die beiden Länder sie ab.
China ist nach der Europäischen Union und den USA der drittwichtigste Handelspartner der Schweiz.
Bei seinem Besuch in Peking hat der Bundespräsident gemäss WBF-Mitteilung auch die internationale Sicherheitslage thematisiert. Zudem sind Treffen mit Wirtschaftsvertretern beider Länder und die Eröffnung des 9. schweizerisch-chinesischen Wirtschaftsforums geplant.
Source: SRF · 30.10.2026, 10:27
At a glance
- Topic
- World
- Country
- 🇨🇭 CH
- Publisher language
- DE
- Added to Allnira