Neun Menschen sterben bei einem Flugzeugabsturz in Florida

Ein Privatflugzeug startet in Texas und ist auf dem Weg auf die Bahamas. Doch die Maschine kommt dort nicht an.

02.11.2026, 11.07 Uhr

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Aktualisiert


In Florida ist am Sonntag ein Flugzeug abgestürzt.

In Florida ist am Sonntag ein Flugzeug abgestürzt.

Christoph Rutenkolk / EPA

jse. /( dpa) Beim Absturz eines Privatflugzeugs auf ein Wohngebiet in Palm Beach im amerikanischen Gliedstaat Florida sind alle neun Insassen ums Leben gekommen. Nach bisherigen Informationen gab es trotz erheblichen Schäden keine Verletzten oder Toten am Boden, wie Gouverneur Ron DeSantis bei einer Pressekonferenz sagte. Die Ermittlungen dauerten allerdings noch an.

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Der Unfall ereignete sich am Sonntagmittag (Ortszeit) am helllichten Tage im Bezirk Palm Beach County. Der Absturzort liegt damit nicht weit von Mar-a-Lago entfernt, der Privatresidenz von Präsident Donald Trump.

«Das war offensichtlich ein verheerender Flugzeugabsturz», sagte DeSantis vor Journalisten. «Es sah aus wie eine herabstürzende Rakete. Am Strassenrand blieb ein grosser Krater zurück.» Aufnahmen, die in sozialen Netzwerken kursierten, scheinen den Moment des Absturzes zu zeigen. Darauf ist zu sehen, wie Autos eine Strasse entlangfahren, als plötzlich ein Flugzeug nahezu senkrecht vom Himmel stürzt und am Boden in einem gewaltigen Feuerball explodiert.

Das abgestürzte Flugzeug hinterliess einen grossen Krater in der Strasse.

Reuters

Der Aufprall liess einen Krater im Asphalt zurück. Trümmerteile sind laut DeSantis über eine beträchtliche Distanz geschleudert worden. Aus einer nahe gelegenen Wohnwagensiedlung brachten Rettungskräfte laut amerikanischen Medien rund 600 Menschen in Sicherheit. Das Gebiet sei zunächst für Ermittlungen und Aufräumarbeiten abgesperrt worden.

Die letzten Funksprüche

Audiomitschnitte dokumentieren laut amerikanischen Medien die letzten Funksprüche der Pilotin mit dem Kontrollturm, bevor die Maschine abstürzte. «Mayday, Mayday», habe sie gerufen und den Notfall erklärt. Das Flugzeug verliere rasch an Höhe, meldete sie gemäss den Berichten – zuletzt habe sie von einem Höhenverlust von rund 6000 Metern pro Minute gesprochen. «Wir werden abstürzen. (. . .) Wir haben keine Zeit mehr», habe die Pilotin dann dem Kontrollturm zugerufen. Warum die Maschine abstürzte, blieb zunächst unklar.

Der Learjet 60 war vom Flughafen Austin-Bergstrom International in Texas gestartet und auf dem Weg zum Flughafen North Eleuthera auf den Bahamas, wie die amerikanische Luftverkehrsbehörde (FAA) der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Präsident Trump hatte wegen der Midterms Wahlkampftermine in anderen Gliedstaaten und befand sich nicht in seiner Residenz Mar-a-Lago.

Die Passagiere reisen schnell, aber eng

Der Flugzeugtyp ist ein bewährter amerikanischer Business-Jet. Er hat zwei Triebwerke und kann bis 860 km/h schnell fliegen. Im Learjet 60 können bis zu acht Passagiere oder in der Version als Ambulanzflugzeug ein oder zwei Patienten plus medizinische Crew mitfliegen. Der Learjet 60 ist eine verlängerte Variante des Modells 55. Er flog erstmals 1979.

Learjets geniessen in der Aviatik das gleiche Prestige wie Ferrari bei Automobilen: Sie gelten als extrem schnell und sportlich zu fliegen. Der Learjet hat aber auch konstruktiv bedingte Nachteile: Er bietet den Passagieren in seiner Kabine relativ wenig Platz und auch keine Stehhöhe, da der guten Aerodynamik alles andere untergeordnet ist.

Der Learjet gilt als Ferrari der Lüfte, wird jedoch nicht mehr gebaut.

Der Learjet gilt als Ferrari der Lüfte, wird jedoch nicht mehr gebaut.

PD

Wohl auch deshalb brachten in den vergangenen Jahrzehnten Wettbewerber den Learjet immer mehr ins Hintertreffen. So wurden 2020 nur noch elf Exemplare der letzten Modelle Learjet 70 und 75 gebaut. Viel zu wenig, um die Modelle rentabel in Serie zu fertigen. Bombardier in Kanada, seit 1990 Mutterkonzern von Learjet, produzierte deshalb 2022 den letzten Learjet nach insgesamt mehr als 3000 gebauten Exemplaren.

Weitere Informationen zum Absturz des Learjet 60 sollen am Montag bei einer Pressekonferenz in West Palm Beach bekannt gegeben werden. Erwartet werden dann Angaben zu den Menschen an Bord der Maschine sowie erste Erkenntnisse zur Unfallursache.

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Source: Neue Zürcher Zeitung

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