In Andermatt ist Wohnraum knapp geworden. Jetzt sollen leer stehende Wohnungen südlich des Gotthards genutzt werden.
31.10.2026, 21:40
In Andermatt nimmt die Zahl der Arbeitnehmenden zu. Bezahlbarer Wohnraum wird immer knapper. Gerade einmal 30 Minuten von Andermatt entfernt liegt Airolo. Ein Ort mit vielen leer stehenden Wohnungen – einige seit mehreren Jahren.
«Die Zahl der Arbeitenden in Andermatt wächst. Es wird immer schwieriger, eine Unterkunft zu finden. Die Kosten steigen», sagt Hans Bandi im Radio und Fernsehen der italienischen Schweiz (RSI). Bandi ist Garantie- und Qualitätsmanager bei Andermatt Swiss Alps. Das Unternehmen von Grossinvestor Samih Sawiris hat ein Projekt initiiert, mit dem Ziel, eine Lösung für das Wohnungsproblem der Saisonarbeitenden aus Andermatt zu finden.
Den Wohnungssuchenden in Andermatt sollen ungenutzte Wohnräume in den nahegelegenen Tessiner Gemeinden angeboten werden. Die Erfassung der leer stehenden Wohnungen hat bereits begonnen, die Kontakte zu den Eigentümerinnen und Eigentümern sind geknüpft. Erste Wohnungen sollen bereits Mitte November dieses Jahres bezugsbereit sein. Weitere dürften bald folgen.
Airolo macht den Anfang
Den Anfang macht die Gemeinde Airolo. In einer ersten Phase sind 29 Wohnungen und Zimmer von Andermatt Swiss Alps übernommen worden. Ab dem kommenden Jahr wird mit 60 bis 70 Personen gerechnet, die sich in der Leventina niederlassen.
Unter den ausgewählten Immobilien befinden sich nach Angaben von Bandi auch Wohnungen, die früher von Armeeangehörigen, darunter Festungswächtern, oder von Lokführern bewohnt wurden. Diese Gebäude könnten nun erneut Arbeitnehmende beherbergen, dieses Mal im Kontext der Entwicklung von Andermatt.
Bevölkerungszuwachs als Chance
Der Gemeindepräsident von Airolo, Oscar Wolfisberg, begrüsst es, dass leer stehende Wohnungen wieder nutzbar gemacht und instand gesetzt werden. Dadurch eröffne sich für die Eigentümerinnen und Eigentümer die Möglichkeit, Wohnungen mittelfristig vermieten zu können.
Das sagt der Gemeindepräsident von Airolo zum geplanten Projekt:
Die Vereinbarung mit Andermatt habe sich bereits positiv auf die Bevölkerungsentwicklung ausgewirkt. Airolo verzeichnete dieses Jahr einen Zuwachs von fünf Prozent.
Verbesserte ÖV-Verbindungen
Zum Gelingen des Vorhabens sollen bessere Verbindungen im öffentlichen Verkehr beitragen. Bandi stellt eine verbesserte Mobilität entlang der Linie Andermatt–Leventina in Aussicht. Für Personen, die ihren Arbeitstag zwischen 7:30 und 8 Uhr beginnen und gegen 20 Uhr beenden, seien die Pendelwege bereits heute gut machbar. Schwieriger sei es jedoch für jene, die sehr früh mit der Arbeit beginnen oder erst spät abends Feierabend haben.
Für die Gemeinde Airolo wird die Herausforderung darin liegen, jene Personen, die ins Tal ziehen, von einer langfristigen Perspektive vor Ort zu überzeugen. Laut Wolfisberg geht es darum, die Lebensqualität in Airolo stärker bekannt zu machen und der Wahrnehmung des Gotthards als Barriere zwischen den Regionen entgegenzuwirken.
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Source: SRF · Romina Lara / RSI
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