Schon als Achtjähriger half Andreas Moser im Basler Zolli bei der Tierpflege. Aus der kindlichen Faszination für Tiere wurde eine lebenslange Mission: Den Menschen die Natur näherzubringen.
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Aufgewachsen ist Andreas Moser mit einer jüngeren Schwester in Basel. Der Grossvater stellte bereits in den frühen Kindsjahren die Weichen für seine Zukunft. Auf Spaziergängen im Basler Zolli lief er oft mit seinen Enkeln von Gehege zu Gehege und beobachtete die Tiere.
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Bild 1 von 2. Die Spaziergänge mit dem Grossvater haben Andreas Moser früh geprägt. Bildquelle: SRF Screen.
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Bild 2 von 2. Der Grossvater habe auch sehr gut gezeichnet, sagt Andreas Moser. «Er setzte mich auf seine Knie, nahm meine Hand und hat mit mir Tiere gezeichnet. Das hat sich so eingeprägt.». Bildquelle: SRF Screen.
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Kaum durfte Andreas Moser das Haus allein verlassen, verbrachte der Achtjährige jede freie Minute im Zoo und unterstützte die Pflegerinnen und Pfleger bei der Arbeit.
Ausser bei den Menschenaffen, Raubkatzen, Bären und Büffeln, die wirklich gefährlich sind, wenn man nicht aufpasst, durfte ich in allen Diensten arbeiten.
Aus Sicherheitsgründen wäre das erst mit 15 Jahren erlaubt gewesen, doch er schaffte es, diese Regel für sich ausser Kraft zu setzen.
«Ausser bei den Menschenaffen, Raubkatzen, Bären und Büffeln, die wirklich gefährlich sind, wenn man nicht aufpasst, durfte ich in allen Diensten arbeiten», erzählt der heute 70-Jährige. Dadurch hatte Moser schon sehr früh Kontakt mit den verschiedensten Tierarten.
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Bild 1 von 3. Bereits als Achtjähriger durfte Andreas Moser entgegen den Vorschriften im Basler Zolli beim Versorgen der unterschiedlichsten Tiere helfen. Bildquelle: SRF Screen.
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Bild 2 von 3. Andreas Moser half dabei, die Fische für die Seelöwen in mundgerechte Stücke zu schneiden. Bildquelle: SRF Screen.
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Bild 3 von 3. Jeden Freitag wurde das Wasser im Seelöwenbecken abgelassen, um es mit einem Algenvernichtungsmittel zu behandeln. Bildquelle: SRF Screen.
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Die Gerüche und der intensive Kontakt zu den Tieren prägten seine Kindheit und Jugend nachhaltig – nicht immer zur Freude seiner Eltern. Moser erinnert sich an ein Mittel, mit dem das Seelöwenbecken regelmässig gegen Algen behandelt wurde. «Das hat gestunken wie Pest.» Zuhause führte das Duftkonglomerat aus dem Zoo regelmässig zu Diskussionen mit der Mutter.
Im Biologiestudium hat Andreas Moser gelernt, genau hinzuschauen. Unter dem Binokular lagen Insekten, die er abzeichnen musste. «Das hat mir eine neue Welt eröffnet.» Wenn man aus einer anderen Perspektive etwas stundenlang anschaut und Details zeichnen muss, entstehen eine Ehrfurcht und eine Bewunderung für diese Strukturen.
Aus anderer Perspektive
Als Moser die Moderation und später die Leitung des TV-Formats «Netz Natur» übernahm, ging es ihm nie um blosse Tierfolklore. Inspiriert von einer BBC-Produktion wollte er den Blickwinkel der Tiere einnehmen.
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Bild 1 von 1. Moser ist nicht nur Tierfilmer, sondern promovierter Biologe mit Schwerpunkt Reptilien. Schon als Jugendlicher erforschte er Schlangen und Eidechsen, später schrieb er wissenschaftliche Arbeiten über Aspisvipern und Kreuzottern und leitete das Gifttierlabor des Schweizerischen Tropeninstituts. Bildquelle: SRF Screen.
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Um den Flug eines Vogels durch einen Obstgarten zu simulieren, experimentierte sein Team früh mit Modellhelikoptern – lange bevor kommerzielle Kameradrohnen existierten. Wegen der starken Vibrationen scheiterten die ersten Versuche zwar, doch Moser scheute auch waghalsige Kamera-Einsätze an der Kante echter Helikopter nicht.
Sprachschablonen sind nicht sein Ding
«Ich probiere kategorisch, den Begriff Tier zu vermeiden», sagt Moser. Er suggeriere ein Gefälle zwischen Mensch und Tier. «Wir, die alles dürfen, und die Tiere haben uns gefälligst zur Verfügung zu stehen. So wie es uns passt», begründet Andreas Moser seine Haltung. Lieber spricht er von Arten.
Mit Fakten Emotionen zähmen
Das Rentenalter hindert ihn nicht daran, sich weiterhin für die Natur einzusetzen, insbesondere für den Wolf. Die Ängste vieler Menschen seien historisch geprägt, stünden aber häufig im Widerspruch zu wissenschaftlichen Erkenntnissen. Seine Aufgabe sieht er darin, Fakten in eine emotional geführte Debatte einzubringen und Verständnis für ökologische Zusammenhänge zu schaffen.
Wir brauchen die Natur und die Biodiversität, um überhaupt existieren zu können.
Mit Blick auf die globale Erwärmung und das Artensterben mahnt der 70-Jährige zur Demut: «Wir sind winzige Elemente in diesem Gefüge. Wir brauchen die Natur und die Biodiversität, um überhaupt existieren zu können.» Die Natur hingegen brauche uns nicht – sie habe schon ganz andere Arten weggewischt, die über die Stränge geschlagen haben, weiss der Biologe.
Radio SRF 1, Persönlich, 25.10.2026, 10:03 Uhr ; ruek;rama
Source: SRF · 01.11.2026, 17:57
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